Das alpine Weltcup-Desaster von ÖSV u. ORF
Die Ansprüche im ÖSV sind vor allem im alpinen Bereich mit der Realität seit Jahren nicht mehr in Einklang zu bringen; von der jahrelang üblichen bzw. gewohnten Dominanz heimischer AthletInnen ist man sowohl bei den Damen als auch bei den Herren dermaßen weit entfernt, dass einem die Frage nicht erspart bleibt, ob die maßgeblichen Personen im ÖSV nicht längst an einem massiven Realitätsverlust leiden.
Noch vor wenigen Tagen hat beispielsweise Christian Mitter, der nach dem Organigramm des ÖSV an und für sich für den "Hochleistungssport" zuständig wäre, gemeint, die ÖsterreicherInnen würden im Nationencup noch um den "Sieg" kämpfen; das ist schon insofern am Abgehobenheit nicht zu überbieten als Österreich in dieser Wertung mittlerweile schon weit mehr als 800 Punkte, Tendenz steigend, hinter den SchweizerInnen liegt.

Quelle: https://sport.orf.at/stories/3139643/
Im Nationencup der Herren fehlt den heimischen Athleten auf das beste Team zwar nur eine "Kleinigkeit" von 1.363 Punkten; das wäre aber mit 13 Siegen recht mühelos aufholbar; bei den Damen ist die Differenz zu den führenden US-Amerikanerinnen mit 420 Punkten zwar kleiner; dafür hat das US-Team, im Vergleich zu Österreich, aber auch nur in etwa die Hälfte an Fahrerinnen zur Verfügung bzw. am Start.
Im Gesamtweltcup spielt der ÖSV seit Jahren weder bei den Damen noch bei den Herren eine Rolle; und auch in den einzelnen Disziplinen wären wir ohne Julia Scheib völlig von der Rolle und hätten nicht den Funken einer Chance auf "Kristall".
Noch viel schlimmer als der aktuelle "Befund" ist die Altersstruktur der ÖSV-AthletInnen sowie das damit einhergehende Nachwuchsproblem; wir haben weder bei den Damen noch bei den Herren, so nüchtern ist das leider zu betrachten, keine konkurrenzfähigen SkifahrerInnen, die Anlass dazu gäben, hoffnungsfroh in die Zukunft zu blicken.
All das, was in der Öffentlichkeit, vor allem aber vom ÖSV in der schier unerträglich gewordenen Symbiose mit dem ORF, so als "Nachwuchs" verkauft und angepriesen wird, ist nichts anderes als der letzte Rest vom "Schützenfest"; was bei "uns" jenseits der Startnummer 30 startet, ist von den "Exoten" im Skizirkus kaum noch zu unterscheiden.
Wenn das so weiter geht, werden wir uns spätestens in 8 Jahren, bei den olympischen Spielen in Utah, mit SkiläuferInnen aus Argentinien, China, dem Irak und Angola vergleichen lassen müssen.
Unsere besten AthletInnen sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, 30+; ohne Vincent Kriechmayr (34), Stefan Brennsteiner (34), Manuel Feller (33) und Cornelia Hütter (33) stünden wir längst auf verlorenem Posten; und auch unser "zweiter Anzug" (Marco Schwarz (30), Fabio Gstrein (28), Stefan Babinsky (29), Katharina Truppe (30), Nina Ortlieb (29), Ariane Rädler (31), Katharina Huber (30), Katharina Liensberger (28)) sitzt schon recht eng und die Nähte scheinen bald zu platzen.

Quelle: https://sport.orf.at/stories/3139643/
Auffällig ist auch, dass unsere jüngeren AthletInnen laufend verletzt sind und teilweise keine einzige Saison unfallfrei überstehen; es wäre daher an der Zeit sich mit der Frage zu beschäftigen, was vor dem Hintergrund dieser nicht zu leugnenden Tatsache im ÖSV so alles falsch abläuft.
Es kann nicht immer nur Pech, skitechnisches Unvermögen oder der Zufall sein, dass just unsere Sportler bisweilen öfter operiert werden als sie in den Punkterängen bei Weltcuprennen aufscheinen.
Wer sich die Leidenswege der AthletInnen etwas genauer ansieht kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass im ÖSV viel eher Kranken- denn Erfolgsgeschichten geschrieben würden; es soll AthletInnen geben, die öfter operiert wurden, als sie bisher Podestplätze im Weltcup erzielen konnten; diese krasse bzw. perverse Missverhältnis dürfte wenigstens dem einen oder anderen Verantwortlichen doch etwas zu denken geben.

Quelle: https://www.facebook.com/photo/?fbid=786099016018436&set=a.786098969351774
Noch absurder als das Verletzungsdilemma ist allerdings die Tatsache, dass man im ÖSV jahrelang selbst an sportlich erfolglosen SportlerInnen festhält; das dürfte entweder dem Umstand geschuldet sein, dass der Nachwuchs nichts weiterbringt, oder der ÖSV einfach in jedem Rennen unbedingt mit der maximalen Anzahl an StarterInnen "auftrumpfen" will.
Anders ist es nicht zu erklären, dass man Katharina Gallhuber (28), Stephanie Brunner (32), Franziska Gristch (28), Christina Ager (30), Andreas Ploier (28), Stefan Rieser (27), Simon Rueland (28), Adrian Pertl (29), Manuel Traninger (27) oder Otmar Striedinger (34) immer noch im Weltcup "herumturnen" lässt; diese 10 "SportlerInnen" haben es heuer auf, sage und schreibe, 382 Weltcuppunkt gebracht.
Selbst wenn man auch noch die Punkte unserer, unter "Nachwuchs" firmierenden, Zukunftshoffnungen hinzuzählt (Nina Astner (25), Lisa Hörhager (24), Nadine Fest (27), Lena Wechner (25), Emily Schöpf (25), Lisa Grill (25), Joshua Sturm (24), Stefan Eichberger (25), Vincent Wieser (23) und Lucas Feuerstein (24), kommt man in Summe nicht einmal auf 1.000 Punkte – zum Vergleich: Emma Aicher (22) hat in dieser Saison mehr Weltcuppunkte gesammelt als die genannten 20 ÖsterreicherInnen zusammen.
Allein daran ist zu ermessen, welche Figuren bei uns im Weltcup an den Start gehen dürfen; das kostet nicht nur reichlich viel Steuergeld, das hier völlig sinnlos "verbrannt" wird; es treibt auch jenen die Zornesröte ins Gesicht, die zwar auch in anderen Randsportarten "unterwegs", aber dennoch wesentlich erfolgreicher sind als die "Alpinen".
Was müssen sich die Snowboarder, nordischen Kombinierer, Rodler oder Skispringer denken, wenn sie sich das jährliche Deaster des ÖSV in skialpinen Belangen mitansehen müssen; aus dem, was im ÖSV für die "WedlerInnen" an finanziellen Mitteln und Support vorhanden ist, wird nur der geringste Teil dessen herausgeholt, was dort in sinnbefreiten Strukturen verschwindet – das ist der eigentliche Skandal an diesem ganzen Ski-Alpin-Wahnsinn, der in der Alpenrepublik grassiert.

Quelle: https://steiermark.orf.at/stories/3324862/
Getoppt, was ohnedies schon schwierig genug ist, wird das Ganze nur noch von jenen ORF-Reportern, die immer noch vermeinen, beim alpinen Skirennsport handle es sich um das Nonplusultra der sportlichen Wintersaison; es ist haarsträubend, mit welchem Personal der ORF hier herumfuhrwerkt; Nicole Schmidhofer, Hans Knauß, Nicole Hosp, Joachim Pucher und dazu noch Oliver Polzer, Rainer Parisasek oder Ernst Hausleitner – schlimmer ginge es tatsächlich nicht mehr; die Genannten setzen offenbar alles daran, dass man es sich abgewöhnt, bei solchen Übertragungen dabei zu sein; was unsere Experten samt Kommentatoren abliefern, ist schlicht und ergreifend eine bodenlose Frechheit; Dialekt-Tiraden, kein zusammenhängender deutscher Satz, Kraftausdrücke ohne Ende und laufend nur Äußerungen, die darauf schließen lassen, wie es um den Intellekt dieser halbseidenen Figuren bestellt ist.
Chr. Brugger
08/03/2026
