"Das Nein bleibt ein Nein"
Einen bemerkenswert-kuriosen Auftritt hat der heimische Bauernbund-Chef Georg Strasser in der gestrigen ZIB2 hingelegt; im Unterscheid zu seinen ÖVP-ParteigenossInnen Hattmannsdorfer & Eibinger-Miedl beharrt der "Oberbauer" des Landes auf einem NEIN zum Abschluss des Freihandelsdeals "Mercosur".
Diese Haltung ist auch insofern pikant, als seine eigene Partei auf europäischer Bühne, die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), seit Jahr und Tag das Freihandelsabkommen befürwortet und Chefin Ursula von der Leyen (EVP) nichts unversucht lässt, das Abkommen nach einem "Verhandlungszeitraum" von mehr als einem Vierteljahrhundert endlich in "trockenen Tüchern" zu wissen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mercosur#/media/Datei:Flag_of_Mercosur.svg
Der "sture" bzw. widerspenstige Landwirt G. Strasser hat am gestrigen Abend neben allerlei anderen Kuriositäten mit einer neuen Idee aufgewartet, einem "Österreich-Bonus" für Produkte der heimischen Landwirte.
Während seine Parteikollegen Stocker & Hattmannsdorfer den "Österreich-Aufschlag" bei allerlei Lebensmitteln auf europäischer in Frage stellen bzw. nach ihren eigenen Angaben bekämpfen, lässt sich Strasser dazu hinreißen, einen solchen für Produkte seiner "Leidensgenossen" zu fordern – Quintessenz dieser Bonus- bzw. Preisaufschlag-Fantasie sei es, so Strasser, dass die Produkte heimsicher Landwirte automatisch immer teurer sein sollen als die Produkte der ausländischen Konkurrenten.
Strasser liefert damit ein "Meisterstück" dafür, dass die sich selbst regulierende Marktwirtschaft nicht länger am Spiel von "Angebot & Nachfrage" teilnehmen, sondern durch Preiserhöhungen regulatorisch ausgehebelt werden soll – insofern ist es keine große Überraschung, dass lt. aktuellen Umfragen des "Market-Instituts" nur noch 15% der Wirtschaftsreibenden in Österreich die ÖVP wählen würden; hätte es noch eines weiteren Beweises dafür bedurft, dass die ÖVP ihre ihr ehedem nachgesagte Wirtschaftskompetenz längst verloren hat, so hat ihn Strasser am gestrigen Abend erbracht.
Unabhängig von Strassers "Wirtschafts-Fauxpas" dürfte aber mittlerweile längst klar sein, dass die EU das Mercosur-Abkommen auch gegen den massiven Widerstand der europäischen Bauern abschließen wird – man hat selbst in Brüssel mittlerweile verstanden, dass mit einer laufenden Rücksichtnahme auf irgendwelche Partikularinteressen nichts zu erreichen bzw. zum Besseren zu verändern ist.
Chr. Brugger
09/01/2026
