Der Krieg im Iran

01.03.2026

Der von Israel und den USA völlig mutwillig, grundlos und rechtswidrig vom Stapel gebrochene Krieg gegen den Iran verdeutlicht ein weiteres Mal, dass die, vor allem von den Unionseuropäer immer noch strapazierte, "friedliche Weltordnung" im Sinne der UN-Charta nichts anderes ist als eine wertlose Aneinanderreihung idealtypischer Wunschvorstellungen, an die sich nur noch jene halten, die das unbedingt wollen.

Dem Rest, speziell den USA, Israel oder Russland ist eine solche Wertebasis relativ einerlei; das allgemeine Gewaltverbot gem. Art. 2 Z 4 der Satzung der Vereinten Nationen wird regelmäßig missachtet und Kriege werden geführt, wie einem das eben in den Sinn kommt.

Die UN wird, vor allem wenn es um kriegerische Auseinandersetzungen geht, weder ihren eigenen Ansprüchen noch der Größe ihrer Organisation gerecht; sie ist völlig hilflos der Willkür ihrer Mitglieder ausgeliefert und de facto absolut wertlos; insofern passt die Aussage ihres Generalsekretärs, António Guterres, ins Bild, der alle Mitgliedsstaaten nur daran erinnert, "ihre Verpflichtungen aus internationalem Recht, einschließlich der Charta der Vereinten Nationen einzuhalten" – über solche Aussagen kann man nur lachen und dem bereits 76-Jährigem dringend raten, sich endlich in die Pension zu verabschieden.

Quelle: https://vreme.com/de/svet/ormuski-moreuz-u-senci-rata-koliko-je-ugrozeno-globalno-snabdevanje-naftom/

Als adäquate Nachfolgerin stünde die bundesdeutsche Koryphäe Annalena Charlotte Alma Baerbock, derzeit Präsidentin der Generalversammlung der UN, parat, die zwar nicht einmal weiß, dass Grönland nicht bei der EU ist, dafür aber eine Garantin für diplomatische Peinlichkeiten aller Art wäre.

Nicht minder einfluss- und zahnlos ist die EU; dort findet es bis heute niemand wert, die Kriegstreiberei der USA & Israels anzusprechen oder gar zu verurteilen; verurteilt werden bloß die Vergeltungsschläge des angegriffenen Staates Iran, der sich rein militärisch nicht wehren kann.

Dass UN & EU bei Kriegen weder etwas zu sagen noch einen Einfluss auf friedliche Lösungen haben, ist evident und bekannt.

Die wesentliche Frage im "Fall Iran" ist aber ohnedies eine ganz andere: Welches Ziel verfolgen die USA mit ihrer "Machtdemonstration"?

Vor dem Hintergrund der Invasion in Venezuela samt Entführung des Präsidenten Nicolás Maduro Moros, die nur wirtschaftlichen Zwecken diente, ist zu befürchten, dass Trump, wie bereits einige seiner Vorgänger im Amt, versucht, im Nahen Osten nicht Frieden zu stiften, sondern mit billigem Erdöl & Ergas stiften zu gehen.

Spätestens mit dem Beginn der "Operation Ajax" zu Beginn der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts haben die USA & Großbritannien nichts unversucht gelassen, demokratische Bemühungen im Iran zu torpedieren und sich die dort vorhandenen, wertvollen Bodenschätze "unter den Nagel" zu reißen.

Quelle: https://amwaj.media/en/media-monitor/pezeshkian-s-defense-of-diplomacy-fealty-to-khamenei-muddies-waters-in-iran

Dafür wurde die erste Demokratie im Nahen Osten aus niedrigsten Instinkten zerstört und der demokratisch gewählte Premierminister Mohammed Mossadegh durch einen völlig korrupten Diktator, Schah Reza Pahlevi, ersetzt, der wiederum wie ein Hund am Gängelband der US-Amerikaner angeleint war; diese "Intervention" der USA und Großbritanniens markierte den Anfang vom Ende aller demokratischen Bemühungen im Iran – insofern sind speziell, da man Donald Trump ohnedies kaum ernstnehmen kann, die Aussagen des britischen Premierministers Keir Starmer pikant, als einer seiner Amtsvorgänger, Sir Winston Churchill, federführend dafür verantwortlich war, dass einerseits die Demokratie im Iran zerstört und andererseits das Land im Zuge der sog. "Abadan-Krise" mit einem Konsortialvertrag dazu gezwungen wurde, sein Erdöl und Erdgas mit den Briten zu "teilen".

Jene beiden Länder also, die die Demokratie im Iran vor ca. 70 Jahren vernichtet haben, wollen jetzt, noch dazu gemeinsam mit Benjamin Netanjahu(!), die Iraner dazu ermutigen, sich einem System zu widersetzen, das sie selbst geschaffen und erfunden haben; parallel dazu wird vor allem Trump nichts unversucht lassen, über seinen "geschäftstüchtigen" Schwiegersohn Jared Kushner sowohl seinen eigenen bzw. persönlichen Einfluss im Land auszuweiten als auch das im Iran reichlich vorhandenen Erdöl und Erdgas für US-amerikanische oder andere, widerwärtige geopolitische Zwecke zu nutzen.

Wie lange allerdings China diesem "Treiben" noch zusieht, bleibt abzuwarten; ca. 90% seines Erdöls verkauft der Iran, trotz aller US-Sanktionen, an das "Reich der Mitte"; wahlweise könnten die Chinesen das Erdöl kurz- und mittelfristig aber auch bei dem von der EU sanktionierten Russland kaufen; an den unionseuropäischen Maßnahmen haben Xi Jinping & Co ohnedies keinerlei Interesse.

Quelle: https://www.gov.uk/government/speeches/pm-statement-on-iran-28-february-2026

Vor dem Hintergrund der Geschichte des Iran muten vor allem die Aussagen von Starmer geradezu pervers an: "Sie (die Iraner) sollten weitere Angriffe vermeiden, ihre Waffenprogramme aufgeben und die entsetzliche Gewalt und Repression gegen das iranische Volk beenden – das das Recht verdient, seine eigene Zukunft zu bestimmen, im Einklang mit unserer langjährigen Position" …

Chr. Brugger

01/03/2026