Die „Akte“ Österreich

14.03.2026

Was sich die für das weitaus größte, reichweitenstärkste sowie bekannteste Medienunternehmen des Landes (ORF) verantwortlichen Personen, bezeichnenderweise allesamt Männer, so alles geleistet haben, ist weder an Dummheit noch Widerwärtigkeit zu überbieten.

Das parteipolitische ORF-"Lustspiel", das sich hier vor den Augen der Zwangsgebührenzahler abspielt, bringt nicht nur das Sittenbild im ORF ans Licht; es dürfte sich um ein Spiegelbild dessen handeln, was passiert, wenn nicht Qualitätskriterien, sondern perfide ideologische Befindlichkeiten den "Ton" angeben und ausschlaggebend dafür sind, wer in den mannigfaltigen Bereichen des "öffentlich-Rechtlichen" das "Sagen" hat.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Österreichischer_Rundfunk#/media/Datei:ORF_logo.svg

Der ORF ist insofern lediglich ein "Pars pro toto" dessen, wie sich ein Staat im Wege einer völlig falsch verstandenen und missbrauchten demokratischen Parteienlegitimierung selbst abschafft, die Demokratie untergräbt und Österreich zur Bananenrepublik umfunktioniert.

Das "Kabinett Nehammer" hat seinerzeit die, liebevoll als ORF-Beitrag titulierte, Zwangsabgabe eingeführt, wonach u.a. jeder österreichische Haushalt, unabhängig davon, ob man dort die Programme des ORF konsumiert, gesetzlich verpflichtet ist, monatlich € 15,30 an die ORF-Beitrags-Service GmbH zur Anweisung zu bringen; damit nimmt der ORF jährlich mehr als 700 Abgabenmillionen ein, um damit u.a. sein erlauchtes "Luxus-Personal" zu bedienen.

Ein absoluter "Witz" ist allein schon der Stiftungsrat im ORF, der parteipolitisch dermaßen durchdrungen ist, dass Objektivität oder Aufklärung nicht einmal ansatzweise erwartbar sind; was von dort aus in den letzten paar Tagen "kommuniziert" wurde, ist nicht minder peinlich wie dummdreist bzw. an Arroganz kaum noch zu toppen.

Ein Blick über den ORF hinaus bringt aber Klarheit darüber, dass der Staatsfunkt bei weitem nicht das einzige Eldorado für Parteimitglieder ist, die man einzig ob ihrer Parteimitgliedschaft irgendwie "unterzubringen" vermeint.

Was sich in den diversen Kammern, Bünden und Gewerkschaften an hochdotierten Dodeln herumtummelt, ist evident wie ungeheuerlich.

An der Causa "Wöginger" kann jeder in diesem Land ermessen, was sich, meist abseits der Öffentlichkeit und hinter den Kulissen der nach außen hin "getrommelten" Transparenz und Objektivität, an parteilicher Einflussnahme abspielt; der Begriff "Gleichbehandlung" ist im Wortschatz von ÖVP & SPÖ nicht vorhanden – jeder Schuldirektor, jeder "hohe" Posten in den Bezirksverwaltungsbehörden, der Finanzverwaltung, den Landesverwaltungsbehörden, der Österreichischen Gesundheitskasse und allen sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts wird nahezu ausnahmslos mit Parteigünstlingen besetzt.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Österreichischer_Rundfunk#/media/Datei:ORF-Logo.svg

Das ist nicht bloß eine riesige, parteipolitische Schweinerei, sondern schädigt den Staat in seiner eigenen Substanz; nicht die Besten erhalten die maßgeblichen Funktionen, vielmehr nur solche, die sich zu einer bestimmten politischen Gesinnung bekennen.

Wöginger mag das meinetwegen "Bürgerservice" nennen und dieser absurden, parteipolitischen "Sportart" das Wort reden; das ändert allerdings daran nichts, dass das Volk das völlig anders sieht und sich, von diesem ekelhaften Treiben angewidert, von der Politik abwendet und mit der Demokratie nichts mehr anzufangen weiß.

Aus jedem öffentlich-rechtlichen "Loch" schielt und kriecht irgendein Parteigünstling heraus, der Staat wird als Selbstbedienungsladen für parteipolitischen Abschaum missbraucht und am Ende wundert man sich dann auch noch, dass in diesem Staat vor allem in der öffentlichen Verwaltung so gut wie nichts mehr funktioniert.

Wie immer wird bei Anlassfällen wie dem "ORF-Lustspiel" Transparenz und lückenlose Aufklärung versprochen; allein, ändern wird sich, wie immer, rein gar nichts; sowohl die Missstände im ORF als auch in vielen anderen öffentlich-rechtlichen Einrichtungen ist seit Jahrzehnten bekannt und evident – die Parteipolitik verändert aber, aus für sie durchaus nachvollziehbaren Gründen, schon deshalb nichts, weil man sonst die größten "Pfosten" nicht mehr versorgen, wie Kälber zur Staatstränke führen könnte und damit allenfalls deren Loyalität verlustig würde.

Die Republik Österreich ist bedauerlicherweise nichts anderes mehr als ein parteipolitisch völlig verkommener Moloch ...

Chr. Brugger

14/03/2026