Die hohe Kunst der Diplomatie

10.04.2026

Während die Welt von Geisteskranken, Kriegsverbrechern, Despoten und allerlei sonstigem Abschaum regiert wird, spielen sich vor allem die europäischen Politiker noch immer als der geistlose Abklatsch jener Strömung auf, die im Verlaufe des 17. Jahrhunderts den "alten Kontinent" revolutioniert hat; Aufklärung wurde nachträglich das genannt, was heute in Europa mit Füssen getreten und immer nur als Vorwand dafür verwendet wird, das eigene Handeln im Lichte eines bescheidenen Maßes menschlicher Vernunft erscheinen zu lassen.

Während aber bei Voltaire "Descartes dem Blinden das Augenlicht schenkte", trifft auf die heutigen Politiker in Europa viel eher die These Rousseaus zu, der Mensch "habe durch das Privateigentum dem glücklichen Naturzustand ein Ende bereitet" und sie hätten gleichsam vom "Spannungsfeld zwischen Vernunft und Sensibilität" bei Diderot noch nie ein Wort gelesen.

Quelle: https://www.superprof.co/blog/descubrimientos-cientificos-cartesianos/

Die Ignoranz zentraler Grundsätze der Aufklärung, die im Sinne Kants den Menschen durch selbständiges Denken den "Ausgang aus seiner selbst verursachten Unmündigkeit" ermöglicht hätte, führt Europa zu jenem "geistigen" Ort, an dem wir uns heute befinden; einen Erdteil, auf dem irrationales Denken den Fortschritt behindernde Strukturen nicht mehr überwinden kann.

Anders, für bescheidene Geister etwas einfacher, formuliert: Von der Leyen, Macron, Merz & Co sind intellektuell nicht in der Lage, dem Geist der Aufklärung einen zeitadäquaten Sinn zu verleihen und ihn solcherart ins 2. Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts zu transformieren.

Quelle: https://schoolsustainability.co.uk/the-diderot-effect-or-lessons-in-learning-to-consume-consciously-for-our-wallets-wardrobes-and-world/

Sobald "Aufklärungsbedürftige" am Feld der globalen Verwerfungen auf "Aufklärungsverweigerer" treffen, ist vollkommen klar, wer als "Sieger" abziehen wird; wenn also Ignoranten mit Kriegsverbrechern konkurrieren oder die "hohe Diplomatie" gegen schnöde, persönliche und wirtschaftliche Interessen antritt, sollte das Ergebnis dieser Fehde bekannt oder zumindest vorhersehbar sein; wer das noch anders sieht, ist entweder naiv, dumm oder beides in einem.

Europas Politiker haben Descartes Aussage "Ich denke, also bin ich" in ein "Ich denke nicht, also bin ich nichts" verwandelt und wundern sich, wenn in ganz Europa nicht nur die "Lichter" ausgehen, sondern die Parteiendemokratien von der europäischen Bevölkerung als Auslaufmodell gesehen, die Institutionen der EU  mit Argwohn betrachtet und  als Dilettantenverwaltungen bezeichnet sowie Politiker nur noch (völlig zurecht) als Idioten wahrgenommen werden.

Mit den Kernaspekten klassischer Diplomatie haben die "Europäer" nichts am "Hut" und auf die Kunst, Konflikte zu lösen und Interessen zu vertreten, verstehen sie sich nicht; mit den "Europäern" wird nicht einmal verhandelt; niemand nimmt sie ernst, ihnen fehlt jedes Taktgefühl und ihre Kommunikation ist dermaßen mangelhaft, dass man sich als Europäer nur schämen kann.

Chr. Brugger

10/04/2026