Die „Rechenkönige

19.01.2026

Mit reichlich viel Getöse, aber noch viel weniger Inhalt hat die derzeit im Amt befindliche Regierung eine mögliche Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel avisiert; ab 01.07.2026 sollen, so man das durch neue Steuern oder Abgaben ausgleichen kann, manche Lebensmittel insofern günstiger werden als die Mehrwertsteuer auf ca. 5% halbiert wird.

Welche Lebensmittel von diesem "Move" betroffen sind, steht noch nicht fest – die Experten seien, so heißt es, am Wort; auch darüber, wie diese Maßnahme (Verlust von kolportierten bzw. in Aussicht gestellten 400 Millionen Euro an Steuereinnahmen) pekuniär zu kompensieren wäre, sind sich die handelnden Personen noch nicht im Klaren bzw. einig – nichts Genaues weiß man nicht.

Quelle: https://fotoservice.bundeskanzleramt.at/bka/bundeskanzler_stocker/20260114_PF-MR/_SRO6831.jpg.html#

Wie immer hat des den Anschein, dass großspurig etwas angekündigt werden muss, ohne vorher ausreichend darüber nachgedacht zu haben – offensichtlich geht es nur darum, medial "in Erscheinung" zu treten, das Volk zu beruhigen und Journalisten bei Laune zu halten; nicht fehlen dürfen ob dessen unzählige Pressekonferenzen, Interviews und Postings auf diversen Volksverblödungsplattformen.

Geradezu irrwitzig sind ob dessen die Behauptungen diverser Politiker, jeder Österreicher würde sich ob dieser geplanten Maßnahme "ein paar Euros" ersparen – wäre man allerdings ehrlich, müsste man dem Volk mitteilen, dass die Lebensmittel trotz Reduktion der Mehrwertsteuer am Ende des Jahres 2026 noch teurer sein werden als am 31.12.2025.

Vertraut man nämlich den Prognosen des WIFO ("Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung"), erhöhen sich die Lebensmittelpreise im Verlauf des Jahres 2026 wiederum um ca. 3,2%; wenn daher ein Liter Milch heute € 1,10 kostet, zahlen wir am Ende des Jahres dafür milchmädchenrechnungsmäßig bereits € 1,135.

Die um 50% reduzierte Mehrwertsteuer bringt jedem Konsumenten bei einem Liter Milch nur 5 Cent; bei 3,2%-iger Erhöhung im Laufe des Jahres 2026 kostet der Liter Milch am 31.12.2026 aber € 1,135 und damit mehr als der um die Mehrwertsteuerhalbierung reduzierte Ausgangspreis von Euro 1,10 – auch die heimische Regierung wäre klar im Vorteil, so sie rechnen könnte.

Quelle: https://fotoservice.bundeskanzleramt.at/bka/bundeskanzler_stocker/20260114_PF-MR/_SRO7112.jpg.html

Stocker, Babler & Meinl-Reisinger ziehen es allerdings vor, das Volk für dümmer zu verkaufen als es tatsächlich ist; selbst die Dümmsten unter uns wissen, dass die von den erwähnten Figuren präsentierte Rechnung falsch ist; die Lebensmittel werden 2026 nicht billiger, sondern teurer; wer anderes behauptet lügt oder ist zu dämlich, einen Taschenrechner zu bedienen.

Die Frage wird darüber hinaus auch sein, wer die "Kompensation" durch Steuern oder Abgaben zu "schlucken" hat; entweder sind es wir, die Konsumenten, oder es ist der Lebensmittelhandel, der wiederum nichts unversucht lassen und recht erfinderisch sein wird, diese "Kosten" im Wege von Preiserhöhungen "elegant" bei uns "auszulagern".

Bemerkenswert ist auch, dass immer wieder von 400 Millionen Euro an steuerlicher Entlastung die Rede ist, obwohl man vorgibt, noch gar nicht zu wissen, welche Lebensmittel von dieser Steuerreduktion betroffen sind – diese Gleichung mit zumindest mehreren Unbekannten ist daher bereits rein mathematisch nicht zu lösen; die Rechnung geht insofern nicht auf.

Quelle: https://fotoservice.bundeskanzleramt.at/bka/bundeskanzler_stocker/20260114_PF-MR/_SRO6013.jpg.html

Ginge man tatsächlich von 400 Millionen Euro aus, errechnete sich (bei ca. 4,3 Millionen Haushalten) ein potenzielles "Sparvolumen" von ca. Euro 90,00 je Haushalt bzw. Euro 43,50 pro Einwohner – das wären monatlich (pro Person) ca. € 3,60, der Gegenwert für eine Tasse Espresso, ½ Kilogramm Basmati-Reis, 1 Kilogramm Äpfel oder 1 Pfiff Bier … sapperlot kann man da nur sagen, die Regierung lässt sich nicht "lumpen".

Eines steht in jedem Fall heute schon fest: Das Mehrwertsteuer-Palaver ist nicht nur eine Nullnummer, sondern jedenfalls eine "Teuerungsaktion" der ganz perfiden Art; man muss schon reichlich verdorben oder, was nicht auszuschließen ist, völlig besoffen sein, damit einem so etwas einfällt – Chapeau und nur so weiter wie bisher …

Chr. Brugger

19/01/2026