Enttäuschungslawine

26.01.2026

Was mussten wir uns in den letzten Tagen nicht alles von jenen drei Parteien anhören, die an der Regierungsklausur in Mauerbach beteiligt waren; "das Tal der Tränen sei durchschritten", "Licht am Ende des Tunnels zu sehen" und "der Aufschwung sei spürbar".

Aber nur eine Woche später müssen wir Österreicher feststellen, dass uns "nur" eine "Lawine der Enttäuschung" überrollt hat; die Bevölkerung bewertet das, was uns Stocker, Babler & Meinl-Reisinger als "Erfolg" verkaufen wollten korrekterweise so, wie es eben tatsächlich ist – eine reine Mogelpackung im besten wettbewerbsrechtlichen Sinn: Eine "Fertigverpackung, die durch ihre äußere Aufmachung über Anzahl, Maß, Volumen oder Gewicht der tatsächlich darin enthaltenen Waren irreführt" – die Regierung läuft, im übertragenen Sinn, Gefahr, sich vor einem Zivilgericht wegen eines Wettbewerbsverstoßes erklären zu müssen; das Urteil des Volkes hingegen liegt bereits vor.

Quelle: https://www.instagram.com/spoe_at/?hl=de

So "fertig" war eine Regierung selten, "fertig" in jeder Hinsicht: Inhaltlich leer, fachlich schwach und kommunikativ desolat; nur beim Selbstlob ist man absolut top, hat zwar den "eigenen Laden" nicht im Griff, will dafür aber vom Volk auch noch belohnt werden; will das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen und verkauft dafür sogar noch das eigene Volk für blöd; jeder kann sich ausrechnen, dass die Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel nichts bringt – die Regierung behauptet beharrlich das Gegenteil, bleibt mit dieser trotzigen Haltung aber "allein zu Haus" bzw. "im Tal der Tränen" zurück.

Wer, so frage ich mich, versucht hier mit untauglichsten Mitteln den "Turnaround" wie die sprichwörtliche Bläue vom politischen Himmel zu lügen?

Mir kann niemand erzählen, dass die führenden Mitglieder von ÖVP, SPÖ & NEOS zu blöd sind, um (zumindest in Summe) intellektuell das Niveau von mittelprächtigen SchülerInnen zu erreichen, die zumindest ansatzweise rechnen und sinnerfassend lesen können; bei einigen bin ich mir zwar nicht sicher; der eine oder die andere wird sich aber schon finden lassen, der beispielsweise einem Andreas Babler erklärt, dass 1 minus 1 null ergibt; es sollte sich beizeiten allenfalls jemand dazu bereit erklären, ihm den Inhalt des Faktenchecks im Profil" ("Wie Babler den Kampf gegen die Teuerung aufbläst") mit einfachen Worten zu erläutern; vielleicht hilft ihm ja das dabei, sich endlich seiner selbst gewahr zu werden; schaden könnte das weder uns noch ihm.

In der ÖVP, da bin ich mir ebenfalls sicher, wird es jemanden geben, der beispielsweise Alexander Pröll, Claudia Bauer oder sogar einem Nico Marchetti mit leicht verständlichem Vokabular beibringen kann, warum das Volk mit deren kompromisslos gelebter Trivialität nichts anfangen kann und sie in der Öffentlichkeit schlicht und einfach niemand länger sehen will oder ertragen möchte – sie sind, so einfach ist das, politisch schon im "zarten" Alter zwischen 30 und 35 gescheiterte "Existenzen".

Wenn Politiker als Personen zur Volksplage geworden sind und ihrer "Gesichter" keiner mehr ansichtig werden will, müsste ihnen das nur noch jemand schonend und plausibel beibringen.

Nüchtern betrachtet und vor dem Hintergrund aller aktuellen Umfragen sollte man sich im Kreise der Regierung schön langsam auch mit einem Zitat in Shakespeares "Hamlet" (2. Aufzug, 2. Szene) beschäftigen:

"Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode. Wollt Ihr nicht aus der Luft gehen?"

Im Umfeld dieses Zitates ist auch noch von einem "Defektiv-Effekt" zu lesen, mit dem sich bislang niemand eingehender beschäftigt hat; klar ist aber, was damit gemeint ist – eine detaillierte Ausführung spare ich, im Sinne Thomas Bernhards, aus; nur so viel: Niemand sollte "ohne Kunst zu Werke gehen", sondern "Abschied nehmen".

Es heißt zwar, die "Regierungsparteien" würden sich auf Kosten der Bevölkerung eine Heerschar an Beratern gönnen; es wäre allenfalls klüger, in sich zu gehen und darüber nachzudenken, ob man hier nicht Influencer mit Influenza verwechselt und hunderttausende Euronen in fieberhaft anmutende Einflüsse "investiert", die ubiquitär verbreitet sind.

An und für sich wäre es nicht schwer, die frappante Diskrepanz zwischen parteilicher Selbsteinschätzung und dem Befund der Bevölkerung zu benennen: Realitätsverweigerung lautete das "Zauberwort".

Quelle: https://www.instagram.com/volkspartei/?hl=de

Wer sich ohne sachliche Rechtfertigung laufend nur selbst überhöht, sollte sich nicht darüber wundern, in der Gunst des Volkes abzusinken und immer noch mehr Vertrauen zu verlieren.

Wenn man sich allerdings vor allem die Postings von ÖVP und SPÖ auf "Instagram" ansieht muss man den Eindruck gewinnen, hier wären nur noch "die letzten Ignoranten" am Werk; wie tief muss jemand gesunken sein, um so in Erscheinung zu treten?

Das einzig Erfreuliche daran ist, dass sich dieses sinnbefreite "Treiben" nur 31.900 bzw. 38.300 Follower "geben"; auch damit wird deutlich, dass die Wähler klüger sind als es ihnen die Gewählten zugestehen.

Am Ende dieser Woche muss man einmal mehr zur Kenntnis nehmen, dass die Regierung nichts bewegt oder zum Besseren verändert hat – sie ergibt sich nur noch in weltfremder Selbstbeweihräucherung, wartet weiter nur mit unausgegorenen Ankündigungen auf und hält das Volk zum Narren; man muss sicher kein Prophet sein um zu wissen, wie das ausgeht.

Chr. Brugger

26/01/2026