Breite Masse, wenig Klasse

28.02.2026

Blamabel in Garmisch-Partenkirchen und desaströs in Soldeu – so in etwa müsste man das heutige Abscheiden unserer Ski-Alpinen in der BRD und Andorra beschreiben.

Bei der Herren-Kandahar Abfahrt in Garmisch war Vincent Kriechmayr der einzige "ernst zu nehmende" Österreicher; er fuhr mit etwas mehr als einer Sekunde Rückstand über die Ziellinie und wurde hinter 3 Schweizern Vierter; der Rest der "Heimischen" landete nach blamablen Leistungen abgeschlagen im Feld der Verlierer; was Hemetsberger, Striedinger, Haaser & Co aufgeführt haben, spottet jeder Beschreibung und ist schlicht nicht länger weltcupwürdig.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=I6d_0yqqSm0&list=PLUUPb1GTksHMb-6n_D0JelbtjSc8QXQAk (Scrrenshot)

In den bisherigen 7 Abfahrten dieser Weltcup-Saison ist es nur Vincent Kriechmayr gelungen, einen Platz unter den ersten 3 zu "erobern"; die "Lichtgestalt" der heimischen Speed-Herren wurde in Wengen Zweiter; 4 Rennen hat Marco Odermatt gewonnen, 2 Franjo von Almen und in Kitzbühel hat Giovanni Franzoni triumphiert.

Im Abfahrtsweltcup liegt Kriechmayr mit 338 Punkten Rückstand auf Marco Odermatt auf Rang 6; der zweitbeste Österreich (Daniel Hemetsberger) liegt nach 7 Rennen mit 92 Punkten auf Rang 17 – das sind im "Schnitt" etwas mehr als 13 Punkte und insofern Rang 18 pro Rennen; dafür muss man sich aber nicht zwingend Profi-Skirennläufer nennen …

Noch schlimmer war die Performance unserer Speed-Damen; Cornelia Hütter schaffte es mit einem Rückstand nahe an der 2-Sekunden-Marke auf den 10. Rang; vom Rest der "Platzierten" ist nur Lisa Grill eine Zeile wert, die bei ihrem Weltcup-Comeback zumindest noch einen Weltcuppunkt verbuchen konnte.

Dass es bei unseren Damen nicht nur am "Skifahrerischen", sondern auch am nötigen Grips mangelt, unterstreicht die Tatsache, dass gleich 4(!) Wedlerinnen bei ein und demselben Tor ausgeschieden sind und nicht in der Lage waren, den richtigen Weg ins Ziel zu finden; man muss sich die Frage stellen, was diese Damen das ganze Jahr so tun, um in den entscheidenden Momenten nicht zu wissen, wohin sie eigentlich fahren müssten – das ist nicht minder peinlich wie dämlich.

Quelle: https://www.instagram.com/corinnesuter_official

Der Sieg ging an eine an diesem Tag überragende Emma Aicher, die das Rennen vor Alice Robinson und der gestrigen Schweizer Abfahrtssiegen Corinna Sutter für sich entscheiden konnte; beim heutigen Rennen haben die österreichischen Damen auch die letzte Chance auf einen Gewinn der kleinen Kristallkugel im Super-G verloren; das ist insofern keine Überraschung als es in den bisherigen fünf Saisonrennen keine einzige Österreicherin auf das Siegespodest geschafft hat.

Beim ÖSV wird offenbar die Meinung vertreten, fehlende Klasse sei durch eine breite Masse substituierbar; ohne Kriechmayr & Hütter hätten jedenfalls beide Speed-Teams nur noch Ramschniveau; man sollte von Roswitha Stadlober abwärts schön langsam realisieren, dass mit unseren "Ski-Pensionisten" nichts mehr zu gewinnen und, was erschwerend hinzukommt, auch seit Jahren kein Nachwuchs vorhanden ist, der Anlass zur Hoffnung gäbe – es ist nur ein völliges Versagen auf allen Ebenen des ÖSV diagnostizierbar.

Der interessierte Alpin-Beobachter beschäftigt sich mit der Frage, ob vor allem im Stab der Betreuer alles mit rechten Dingen zugeht oder ob dort nur noch solche herumfuhrwerken dürfen bzw. das Sagen haben, die vom Skirennsport recht wenig verstehen.

Quelle: https://www.marcoodermatt.ch/de-ch/

An dieser Stelle auch noch ein Wort zu Oliver Polzer, der sich in seiner bekannt dümmlichen Art bereits bei der Anmoderation mit der Frage zu beschäftigen wusste, wie denn Marco Odermatt seine "Enttäuschung bei Olympia" verarbeitet hätte; die Antwort gab ihm der Angesprochene in zweifacher Hinsicht selbst: "Man bekommt das natürlich mit, aber das sind Aussagen von Leuten, die keine Ahnung vom Skisport haben. Wenn man drei Olympia-Medaillen holt, vier Weltcup-Wertungen anführt und dann von einer schlechten Saison spricht, dann hat man keine Ahnung vom Skisport" – zudem hieß der Sieger des heutigen Rennens ebenfalls Odermatt; solch absurde Figuren wie Polzer sollten sich nicht mit dem Superstar der Szene beschäftigen, sondern mit den Leistungen der heimischen "Penn-Läufer"; die performen in etwa so wie der ORF-Gaukler selbst – permanent auf niedrigstem Niveau und frei nach dem Motto "schwach, schwächer, am schwächsten".

Chr. Brugger

28/02/2026