Krise oder Künstlerpech?

08.01.2026

Was unsere Slalom-Artisten im alpinen Ski-Zirkus bei den letzten Rennen so alles aufgeführt haben, lässt das fachkundige Publikum in den Ziel-Manegen der jeweiligen Veranstaltungsorte enttäuscht auf deren sündteuren Sitzplätzen zurück; die glanzvollen Zeiten, in denen Marcel Hirscher & Co die Zuseher noch mit ihren "Kunststücken" beindrucken konnten, scheinen längst vorbei zu sein; in der heutigen Saison wedeln unsere Ski-Akrobaten der Konkurrenz nur hinterher und enttäuschen das erwartungsvolle Publikum ein ums andere Mal; so auch bei der gestrigen Gala-Veranstaltung im mondänen Madonna di Campiglio, einem recht noblen Skiort in den italienischen Dolomiten.

Als Relikt der "historischen" 3-Tre-Rennen findet in St. Maria im Pein seit der Saison 1985/86 nur noch ein Slalom statt – der Torlauf auf der Piste Canalone Miramonti zählt aber durchaus zu den "Klassikern" im alpinen Rennkalender.

Aus österreichsicher Sicht haben Manuel Feller, Marco Schwarz & Co am gestrigen Abend das Flutlichtspektakel in ein Flutlichtdebakel umfunktioniert; was unsere "Asse" da an sportlicher Leistung "aus dem Ärmel" zaubern konnten, ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten; dem Befund in der "Krone" wäre an und für sich wenig hinzuzufügen: "Österreichs Techniker haben im Flutlicht-Slalom von Madonna di Campiglio eine herbe Watschn kassiert. Während der Franzose Clement Noel am Mittwochabend zum Sieg raste, wurde Michael Matt als bester ÖSV-Läufer Zwölfter. Mit Manuel Feller, Fabio Gstrein, Dominik Raschner und Joshua Sturm schieden gleich vier ÖSV-Läufer aus, Marco Schwarz verpasste indes den zweiten Durchgang."

Anzumerken ist aber schon noch, dass nicht bloß "unsere" Arrivierten (Feller, Schwarz, Matt & Gstrein) der Konkurrenz hinterherhaspeln, sondern auch unsere "Nachwuchshoffnungen"(?) in keiner Weise konkurrenzfähig sind: Simon Rueland (26) und Jakob Greber (22) haben es, so wie Marco Schwarz, erst gar nicht in den Finaldurchgang geschafft; Joshua Sturm (24) ist ausgeschieden.

Wenn selbst ein 32-jähriger Spanier (Joaquim Salarich) und ein 28-jähriger Belgier (Armand Machand) schneller wedeln können als unsere bei weitem überbewerteten ÖSV-"Asse", muss man sich mit der Frage beschäftigen, ob der enorme Aufwand, der im heimischen Skiverband betrieben wird, die laufend schwachen Ergebnisse der "Rennfahrer" noch rechtfertigt; immerhin wird ein Gutteil des Budgets auch von der Öffentlichkeit bzw. mit Steuergeld finanziert.

Ins "peinliche Bild" der Skifahrer passt auch die Performance des ORF; das mit Steuergeld bzw. Zwangsgebühren finanzierte "Staatsfernsehen" ist sich nicht zu blöd, das "Flutlichtdebakel" mehrere Stunden lang im Hauptabendprogramm von ORF 1 auf eine Art zu inszenieren, die einen sprachlos staunen lässt; Rainer Pariasek kann z.B. unter Beweis stellen, dass er in etwa ähnlich schlecht Englisch spricht wie Andreas Babler; gleich zwei(!) Experten wollen uns erklären wie eine Aufholjagd im 2. Durchgang auf einem vom österreichischen Trainer Robert Füss ausgeflaggten Kurs noch möglich sein soll; und zu guter Letzt darf uns "Starreporter" Thomas König, der vom alpinen Skirennsport in etwa so viel Ahnung hat wie einer der in Madonna di Campiglio zahlreich vorhandenen Flutlichtmasten, erklären, dass die heimischen "Super-Wedler" vor Olympia auch in der Saison 2021/22 bis zum Rennen in Adelboden nichts zustande gebracht hätten – wenn es nach König geht, sollten Feller, Schwarz & Co also spätestens am kommenden Wochenende am Chuenisbärgli im Berner Oberland so richtig "zünden"; am 09.01.2022 hat dort jedenfalls Johannes Strolz vor Manuel Feller den Slalom gewonnen; es wäre also hoch an der Zeit, wieder einmal an längst vergangene Erfolge anzuschließen; sofern das nicht im "Slalom-Jänner" bei den Rennen in Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming der Fall ist, sollten sich die ÖSV-"Chefitäten" überlegen, auf den einen oder anderen Startplatz im 4-köpfigen Kontingent bei den olympischen Spielen in Mailand & Cortina zu verzichten – dasselbe gilt übrigens für die Slalomläuferinnen des ÖSV, die in der heutigen Saison bislang wenig bis gar nichts zustande gebracht haben.

Chr. Brugger

08/01/2026