Mitgefangen, mitgehangen Boykott der Fußball WM?
Nach 25-jähriger "Laberei" konnte sich letzte Woche die Europäische Union, gegen den erklärten Widerstand Frankreichs, dazu durchringen, dem Mercosur-Abkommen beizutreten; Ursula von der Leyen frohlockt, französische Bauern stürmen Paris und in der "Wirtschaftsmacht" Österreich löst die Entscheidung der EU Diskussionen aus; das "offizielle" Österreich hat gegen Mercosur gestimmt, wohingegen auf europäischer Ebene vor allem die "Schwester-Partei" der ÖVP, die Europäische Volkspartei ("EVP"), die Haltung Österreichs konterkariert und nicht ernst nimmt.
Die Zustimmung der EU hat nun aber durchaus ernste Folgen: Die Mercosur-Mitgliedsstaaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay werden die heurige Fußball-WM in den USA, Kanada & Mexiko insofern boykottieren, als sie an Spielen in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht teilnehmen; diesem Boykott haben sich auch Kolumbien, Mexiko, Panama, Ecuador und Neuseeland angeschlossen, assoziierte Staaten oder solche mit dem Status eines Beobachters.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fußball-Weltmeisterschaft_2026#/media/Datei:2026_world_cup_qualification_map.svg (CC BY-SA 4.0)
Ursachen für diesen Mercosur-Boykott sind einerseits der Angriff der USA auf Venezuela samt Entführung des Staatspräsidenten Nicolás Maduro Moros und andererseits die Drohung Donald Trumps, in Bälde noch weitere mittel- oder südamerikanische Länder "angreifen" zu wollen, damit sich diese nicht länger seinem Hemisphären-Denken entziehen können.
Der WM-Boykott dieser Staaten bringt auch Europa bzw. jene Staaten in ein Dilemma, die als Teil der EU zu Vertragspartnern der Mercosur-WM-Boykott-Länder geworden sind; die Regierungschefs Luiz Inácio Lula da Silva (Brasilien) und Javier Milei (Argentinien) haben am gestrigen Tag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Copacabana (Rio de Janeiro) recht deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sich auch alle WM-Teilnehmer aus der EU ihrem Boykott anzuschließen hätten, da sie (da Silva u. Milei) ansonsten den Mercosur-Deal mit der EU als obsolet betrachteten – frei nach dem Motto: "Mitgefangen, mitgehangen" bzw., wie die heißblütigen Südamerikaner das nennen, come la carne cruda o muere oder coma a carne crua ou morra ("friss das Rindfleisch oder stirb").
Hierzulande wetzen Landwirtschaftsministrant Norbert "Nobsi" Totschnig und "Bauern-Boss" Georg "Schorschi" Strasser bereits ihre Schlachtmesser; den beiden "Anwälten" des heimischen Tafelspitzes hätten deren Caipirinha-schlürfende colegas políticos ("Politkollegen") eine größere Freude gar nicht machen können.
Besonders brisant ist der Boykott der Mercosur-Staaten allerdings für den ÖVP-ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzenden Josef "Seppi" Pröll; der als Politiker Gescheiterte soll als "Staats-Halali-Bläser" und ehemaliger Ministrant für Landwirtschaft Mercosur-mäßig auf der Seite seines Parteifreundes "Nobsi" stehen; das wiederum verträgt sich, wenn es um den Boykott der Fußball-WM 2026 geht, nicht mit seinem, einem Zufall geschuldeten, Mandat im Aufsichtsrat des österreichischen Fußballbundes; vom Fußball hätte "Seppi" Pröll zwar, das ist zumindest aus diversen Fußballvereinen zu hören, in etwa so viel Ahnung wie eine "blinde Kuh" – ÖFB-Boss ist er aber dennoch oder gerade deswegen allemal.
Wie auch immer: Für Österreich steht jedenfalls die erste Teilnahme bei einer Fußball-WM seit mehr als einem Viertjahrhundert auf dem Spiel; man wird sich entscheiden müssen, ob die USA-Reise von Ralf Rangnick & Co wichtiger sein soll als das billige Rindfleisch aus Südamerika; Friedrich Merz, das deutsche Pendant zu unserem Hr. Stocker, hat bereits angekündigt, den dt. Teamchef Julian Nagelsmann spätestens morgen darüber zu informieren, dass der sich die Nobelherberge "The Graylyn Estate" in Winston-Salem "abschminken" könne; um ein "diplomatisches Dilemma" zu vermeiden soll Giorgia Meloni den Trainer der "Squadra Azzurra", Gennaro Gattuso, bereits per E-Mail angewiesen haben, das erste Qualifikationsspiel gegen Nordirland zu verlieren, um erst gar nicht an der WM teilnehmen zu müssen – la bella Giorgia gilt ja als die ultimative Trump-Intima Europas schlechthin; ohne Qualifikation ist kein Boykott nötig – und damit basta …
Chr. Brugger
12/01/2026
