Olympia – 10
Der Tag begann mit einer großen Enttäuschung; Julia Scheib, die selbst erklärte Favoritin im Riesentorlauf der Damen, liegt nach dem ersten Lauf mit 1,13 Sekunden Rückstand auf die führende Italienerin Federica Brignone "nur" auf Rang 11.
Der "Großangriff" Scheibs auf eine olympische Medaille blieb im zweiten Durchgang aus bzw. war nicht von einem Erfolg gekrönt; letztendlich landete sie mit 0,07 Sekunden Rückstand auf Bronze am 5. Platz; der Sieg ging, wie bereits im Super-G, an die Italienerin Federica Brignone; den zweiten Platz teilten sich Sara Hector (SWE) und Thea Louise Stjernesund (NOR).

Quelle: https://style.corriere.it/attualita/sport/federica-brignone/3/
Positiv zu erwähnen ist zumindest, dass nicht Nicole Hosp, sondern Marlies Raich als ORF Co-Kommentatorin in Erscheinung getreten ist und mit ihrem Fachwissen und ihrer Sachlichkeit dazu beigetragen hat, dass man sich das Rennen trotz Ernst Hausleitner auch im Staatssender ansehen konnte; nach Nicole Schmidhofer, Hans Knauß & Joachim Pucher ist es eine Wohltat, endlich einmal jemanden vernehmen zu können, der sich rhetorisch "auf der Höhe der Zeit" befindet.
Die Leistungen der Biathleten in der 12,5km-Verfolgung entsprachen in etwa den bisherigen Saisonleistungen; mit den vordersten Plätzen hatten Simon Eder, Patrick Jakob und Fabian Müllauer absolut nichts zu tun; durch diese schlechten Ergebnisse ist beim Massenstart-Rennen am kommenden Wochenende kein Österreicher startberechtigt; eigentlich eine Schande für die ehedem erfolgreiche Biathlon-Nation.
Eder wurde mit 4:22,1 Sekunden Rückstand 36., dahinter, auf Rang 37, landete Fabian Müllauer (+ 4:24,8), Patrick Jakob wurde gar nur noch 55. (+ 6:42,7).
Gold ging an Martin Ponsiluoma (SWE), Silber an Sturla Holm Lægreid (NOR), Bronze gewann der Franzose Emilien Jacquelin.
Bei der Männer-Staffel der Herren (4x7,5km) war kein österreichisches Team am Start; der Sieg ging, wie erwartet, an die Norweger (Emil Iversen, Martin Løwstrøm Nyenget, Einar Hedegart u. Johannes Høsflot Klæbo); für Klæbo die 4. "Goldene" bei diesen Spielen und in Summe bereits seine 9. Olympische Goldmedaille; damit ist der Norweger der erfolgreichste Olympionike bei Winterspielen.
Silber holte die Staffel aus Frankreich; Bronze konnte Italien mit dem fulminanten Schlussläufer Federico Pellegrino für sich verbuchen.
In der Qualifikation "Snowboard Slopestyle" der Männer lieferte Clemens Millauer eine desaströse Leistung ab und schied als 25.(!) aus.
Nicht viel besser war die Performance der heimischen Mono-Bob Pilotin Katrin Beierl; sie liegt nach 2 Läufen abgeschlagen und mit mehr als 2 Sekunden Rückstand nur auf Platz 17.

Quelle: https://www.instagram.com/lisa_vittozzi_fp/
In der Biathlon-Verfolgung der Frauen über 10km kamen Österreichs Teilnehmerinnen leider nicht über die Rolle als Statistinnen hinaus; Anna Andexer wurde 21. (+ 2:24,8), Lisa Theresa Hauser 29. (+ 2:58,7) und 30. Anna Gandler (+ 2:58,7).
Lisa Vittozzi feierte in Antholz einen ungefährdeten Heimsieg; Silber ging an die Norwegerin Maren Kirkeeide; Dritte wurde Suvi Minkkinen (FIN).
Das österreichische Snowboard Cross Mixed Team (Jakob Dusek/Pia Zerkhold) schied bereits im Viertelfinale aus; Zerkhold gelang es nicht, den großen Vorsprung von Dusek ins Ziel zu bringen.

Quelle: https://www.instagram.com/popular/femke-kok/
Eines der Highlights des heutigen Tages war, leider ohne österreichische Beteiligung, das Eisschnelllaufrennen der Frauen über 500m; Femke Kok (NL) entschied das Duell mit ihrer Landsfrau Jutta Leerdam klar für sich; Dritte wurde Miho Takagi (JPN).
Nicht nach Plan ist es für das heimische Duo Janine Flock/Samuel Maier beim Skeleton Mixed Team gelaufen; nach einem Fehlstart von Flock samt dafür verhängtem Penalty landete man nur auf Platz 9; überragend war das britische Team Tabitha Stoecker/Matt Weston; dahinter reihten sich die deutschen Duos Susanne Kreher/Axel Jungk und Jacqueline Pfeifer/Christopher Grotheer ein.
Keine Medaille konnten leider auch unsere Skispringerinnen auf der Großschanze gewinnen; Meghann Wadsak kam erst gar nicht in den 2. Durchgang; für Lisa Eder reichte es nur zum 7. Platz, Lisa Hirner wurde 18. und Julia Mühlbacher enttäuschte erneut mir Rang 22.
Die Norwegerin Anna Odine Strøm kürte sich in einem spannenden Finale zur Doppel-Olympiasiegerin; am nächsten kam ihr Landsfrau Eirin Maria Kvandal; erst dahinter landete Top-Favoritin Nika Prevc (SLO).
Auch morgen gibt es für Österreich wieder 2 realistische Möglichkeiten auf Medaillen; im Slalom der Herren dürfte Manuel Feller am höchsten einzuschätzen sein; Marco Schwarz, Fabio Gstrein und Michael Matt haben wohl nur Außenseiterchancen; der Sieg wird aber nur über die starken Norweger, den Brasilianer Lucas Pinheiro Braathen und die beiden Franzosen Clément Noël sowie Paco Rassat führen.
Im Super Team Skispringen der Männer sollte es für Jan Hörl und Stefan Embacher möglich sein, sich mit den Teams aus Slowenien, Norwegen, Japan und Deutschland auf Augenhöhe zu messen.
Chr. Brugger
15/02/2026
