Olympia – 14

19.02.2026

Sogar einen Tag nach der selbstverschuldeten Misere "unseres" Damen Slalom-Teams wird medial noch immer "nachgetreten"; von einer "unglaublichen ÖSV-Pleite bei Shiffrins Gold-Erlösung" ist u.a. zu lesen; wurde vor dem Rennen das "Olympia-Trauma" des US-amerikanischen Superstars thematisiert, so ist es tags danach das Eigentor, dass Klaus Mayrhofer seinen Damen geschlossen hat.

Vor dem Rennen ließ sich, welch Wunder, auch der etwas unterbelichtete ORF-Reporter Rainer Pariasek dazu hinreißen, Shiffrins Souveränität anzuzweifeln; er sinnierte darüber, ob ihr, sozusagen Back-Flash-mäßig, "keine Medaille bei Olympia" drohen könnte.

Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1676289422420510&set=a.572356712813792&id=100044580243012

Der ORF-Dolm war bzw. ist sich scheinbar der Größe Shiffrins nicht bewusst; wer die Ausnahmeposition der besten Skirennläuferin aller Zeiten in Frage stellt, hat entweder vom Skirennsport keine Ahnung oder er ist schlicht zu einfältig; bei Pariasek dürfte beides der Fall sein; Shiffrin war bereits vor ihrem gestrigen Triumph Doppelolympiasiegerin, 8-fache Weltmeisterin, Gewinnerin von 106 Weltcuprennen, 5-fache Gesamtweltcupsiegerin und hat neunmal die kleine Kristallkugel im Slalom-Weltcup gewonnen – das ist weit mehr als das, was das gesamte österreichische Damen Olympia-Aufgebot jemals gemeinsam zustande gebracht hat.

Auch der ORF-Kommentator Ernst Hausleitner, der bekanntermaßen vom alpinen Skirennsport in etwa so viel Ahnung hat, wie ein Maulwurf von der Atomphysik, lässt zu Beginn des 1. Laufes von Shiffrin den erstaunten Zuseher wissen, Shiffrin hätte beim Kombi-Slalom eine "herbe Abreibung" erhalten und wäre eine Sekunde langsamer gewesen als Emma Aicher; wenige Sekunden später musste er konstatieren, Shiffrin hätte eine überlegene, fantastische und deutliche Bestzeit hingelegt; weder Pariasek noch Hausleitner haben in ihrer ihnen eigenen Hybris verstanden, dass eine Mikaela Shiffrin mit normalen bzw. österreichischen Maßstäben nicht zu messen ist.

Beim ORF hat man scheinbar immer noch nicht realisiert, dass der ÖSV mit seinem Sammelsurium an Dilettanten den alpinen Skirennsport längst an den Rand der Bedeutungslosigkeit herangeführt und sich in den letzten Jahren ein massives Nachwuchsproblem "herangezüchtet" hat.

Nicht nach Wunsch ist es bei unseren beiden Ski-BergsteigerInnen gelaufen; sowohl Johanna Hiemer als auch Paul Verbnjak sind bereits in ihren jeweiligen Vorläufen ausgeschieden und hatten zu keinem Zeitpunkt eine Chance, sich für das Halbfinale zu qualifizieren; was bleibt ist allerdings die Möglichkeit, sich am Samstag in der Mixed-Staffel zu rehabilitieren.

Auffällig war bei der olympischen Premiere im Skibergsteigen jedenfalls, dass es bei den TeilnehmerInnen gravierende Leistungsunterschiede gibt und man ob dessen nicht umhinkommt, die sportliche Sinnhaftigkeit solcher Rennen in Frage zu stellen; zudem kann nicht unerwähnt bleiben, dass die schnellste Dame (Emily Harrop, FRA) kaum langsamer war als der schlechteste Mann (Paul Verbnjak) – das ist nicht nur peinlich, sondern geradezu absurd und in jeder anderen Sportart undenkbar.

Quelle: https://www.watkykjy.co.za/wp-content/uploads/2019/01/Hilary-Knight-watkykjy-2.jpg

Bei den Damen siegte Marianne Fattoni (SUI) vor Emily Harrop (FRA) und der Spanierin Ana Alonso Rodriguez; das Finale der Herren gewann Oriol Cardona Coll (ESP) vor Nikita Filippov aus Russland und Thibault Anselmet (FRA).

Das österreichische Duo im Teamsprint der nordischen Kombination (Stefan Rettenegger/Johannes Lamparter) ist nach dem Skispringen nur auf dem 5. Rang gelandet; dennoch waren die Chancen auf "Gold" weiterhin aufrecht und der Rückstand auf das führende Team aus Deutschland mit ca. einer halben Minute noch nicht allzu groß; im "großen Finale" sind die beiden Österreicher Norwegen und Finnland unterlegen und konnte Bronze gewinnen; der Sieg ging abermals an Norwegen mit dem überragenden Kombinierer dieser Spiele, Jens Lurås Oftebro, der an der Seite von Andreas Skoglund seine dritte "Goldene" bei diesen "Spielen" gewinnen konnte; Oftebro ist damit neben Johannes Høsflot Klæbo und Franjo von Almen der erfolgreichste Athlet der olympischen Spiele 2026.

Auch die Bewerbe der nordischen Kombinierer kann man sich dank David Kreiner im ORF leider nicht ansehen; was dieser selbsternannte, esoterisch angehauchte Pseudo-Psychologe so alles von sich gibt, ist an intellektueller Beschränktheit nicht zu überbieten.

Quelle: https://streetsoftoronto.com/toronto-culture/torontos-most-inspirational-women-of-2022-sarah-nurse/

Im Finale der Eishockey-Damen standen sich im Finale die USA und Kanada gegenüber; den Kanadierinnen gelang als "Underdog" die Titelverteidigung nicht; den US-Amerikanerinnen gelang in der Overtime das entscheidende Tor zum 2:1 Endstand; im Spiel um Platz 3 haben zuvor die Schweizerinnen ihre Gegnerinnen aus Schweden ebenfalls erst in der Verlängerung bezwingen können und damit Bronze gewonnen.

Quelle: https://www.essence.com/entertainment/sports/laila-edwards-transforming-hockey-for-black-women/

Der Höhepunkt des heutigen Tages war zweifelsfrei die Kür der Damen im Eiskunstlauf; Olga Mikutina (AUT) landete nach einer passablen Leistung auf dem 18. Rang; der Sieg ging an der Sieg ging an Alyssa Liu (USA), die sich gegen die beiden Japanerinnen Kaori Sakamoto und Ami Nakai durchsetzen konnte.

Goldmedaillengewinnerin Liu gab bereits mit 17 Jahren das Ende ihrer Karriere bekannt, feierte aber in der Saison 2024/25 ein Comeback und wurde 2025 auf Anhieb Weltmeisterin.

Quelle: https://www.instagram.com/petrosianteam/

Morgen wird vermutlich ein Tag ohne österreichische Medaillen; im 15km Massenstart der Herren im Biathlon hat sich kein einziger Österreicher qualifiziert; die schlechte Saison fand bei den olympischen Spielen ihren unrühmlichen Höhepunkt; wenn man ehrlich ist, sind die heimischen Biathleten international ganz einfach nicht konkurrenzfähig.

Im Ski Freestyle Cross der Frauen werde  "uns" Katrin Ofner, Sonja Gigler u. Christina Födermayr vertreten; zu einer Medaille dürfte es aber kaum reichen.

Katrin Beierl & Christiana Simone Williams werden, ebenso wie Lea Haslwanter & Victoria Festin, im Zweierbob an den Start gehen; auch in diesem Wettkampf glichen Medaillen einer Sensation.

Chr. Brugger

19/02/2026