Olympia – 18
Der letzte Tag vor der nächsten Olympiade; ab morgen haben alle AthletInnen wieder vier Jahre Zeit, sich auf die nächsten olympischen Winterspiele in den "französischen Alpen" vorzubereiten; auch in Frankreich werden es, wie bereits heuer, rein räumlich "zerrissene" Spiel werden; beim IOC (Comité international olympique) hat man sich scheinbar auf eine eigenwillige "Cluster- oder Zonen-Philosophie" eingeschworen, die auf Dezentralisation setzt und auf möglichst weite Wege zwischen den einzelnen Wettkampfstätten wert legt.

Quelle: https:// de.wikipedia.org/wiki/Olympische_Winterspiele_2030#/media/Datei:JO-2030-Alps-EN.png (CC BY-SA 4.0)
Waren es 2026 die "Cluster" Mailand, Cortina-d'Ampezzo, Veltlin, Fleimstal und Verona, sollen es 2030 eben die "Zonen" Nizza, Briançon, Savoie und Haute-Savoie sein – frei nach dem Motto: Vom Mont Blanc bis ans ligurische Meer; das sind zwar doch etwas mehr als 550 Kilometer, aber mit dem Pkw in etwa 6 Stunden zu bewältigen; mit den französischen "Öffis" dauert das zwar länger (ca. 18 ½ Stunden); das wiederum sollte kein Hindernis sein, zwischen Côte d'Azur & Courchevel zu pendeln; man hat in dieser Zeit ja sonst nichts zu tun.
Wie auch immer – heute standen noch 5 Medaillenentscheidungen an, zwei davon mit österreichsicher Beteiligung; im 4er-Bob der Herren war wenig bis gar nichts zu erwarten; die "letzte heimische Hoffnung" hieß Teresa Stadlober, ist 33 Jahre alt und galt, zumindest wenn es nach ihr selbst gegangen wäre, als "Mitfavoritin" bzw. "Medaillenkandidatin".
Im Verlauf des 50km-Classic-Rennens der Damen war bald klar, dass Stadlober mit dem Sieg nichts zu tun haben wird; die ORF-Kommentatoren Johannes Hahn & Luis Stadlober haben das gesamte Rennen hindurch all das ihnen Mögliche dazu beigetragen, das Zusehen möglichst unerträglich zu gestalten.
Was die ORF-Tölpel nicht einsehen wollten, wussten die Kommentatoren im ZDF schon eine Stunde vor dem Ende des Rennens: "Stadlober wird keine Medaille gewinnen"; spätestens vor Beginn der letzten Runde war vollkommen klar, dass Stadlober am Ende nicht reüssieren kann.

Quelle: https://www.langd.se/landslag/ebba-andersson-aker-tour-de-ski/
Es kam dann so, wie es kommen musste und man es vorhersehen konnte; als es am Ende zwischen fünf Damen um Bronze gegangen ist, hatte Stadlober das Nachsehen, ging wieder einmal "leer" aus und landete mit knapp 7 Minuten Rückstand auf Rang 6; auch die US-Amerikanerin Jessica Diggins, die die beiden "Experten" schon nach wenigen Kilometern völlig abgeschrieben hatten, kam noch vor der Schwester des Co-Kommentators ins Ziel; ein "krönendes Ende" für Österreich ist sportlich damit jedenfalls ausgeblieben.

Quelle: https://www.facebook.com/FridaKarlssonFB/
Der Sieg ging überlegen bzw. ungefährdet mit mehr als 2 Minuten Vorsprung an Ebba Andersson (SWE); Zweite wurde Heidi Wenig (NOR), die wiederum rund 4 ½ Minuten vor der Bronzemedaillengewinnerin, Nadja Kälin (SUI) ins Ziel kam; die große Favoritin, Frida Karlsson (SWE) war krankheitsbedingt gar nicht am Start.

Quelle: https://www.chineseconsumers.news/p/why-will-eileen-gu-an-america-born
Im Ski-Freestyle-Bewerb der Damen in der Halfpipe gab es einen Sieg der erst 22-jährigen Ausnahmekönnerin Eileen Gu (CHN); die hochtalentierte Chinesin hat ja bereits bei den Spielen in Peking 2x Gold und einmal Silber gewonnen; bei den jetzigen olympischen Spielen konnte sie "nur" einmal Gold, dafür aber 2x Silber gewinnen; hinter Gu landete deren Landsfrau Fanghui Li auf dem 2. Rang, Bronze ging an die Britin Zoe Atkin.

Quelle: https://www.news.com.au/sport/winter-olympics/eileen-gus-decision-to-represent-china-paid-off-literally/news-story/66d125b7841449b876a4da1fcedf8583
Einen Favoritensieg gab es auch im 4er-Bob der Herren; der Sieg ging ganz klar an das Team von Johannes Lochner, der gemeinsam mit Thorsten Margis, Jorn Wenzel & Georg Fleischhauer zu Gold fuhr; den deutschen Doppelsieg konnten Francesco Friedrich, Matthias Sommer, Alexander Schuller & Felix Straub nach Hause fahren; Dritter wurde das Schweizer Team Michael Vogt, Andreas Haas, Amadou David Ndiaye & Mario Äberhard.

Quelle: https://www.olympics.com/en/original-series/episode/anna-hasselborg-ready-to-defend-her-gold-medal-athletes-to-watch
Spannend bis zum letzten End war das Finale der Curling-Damen, in dem sich Schweiz und Schweden gegenüberstanden; nach 10 Ends konnten sich die Schwedinnen Anna Hasselborg, Sara McManus, Agnes Knochenhauer, Sofia Scharback und Johanna Heldin gegen die favorisierten Schweizerinnen mit 6:5 durchsetzen; für Schweden ist es nach 2006, 2010 u. 2018 bereits der 4. Sieg bei Olympia.
Ein würdiges Ende der olympischen Spiele bereiteten uns die Eishockey-Teams von Kanada und den USA; das dramatische auf höchstem Niveau wurde erst in der Overtime entschieden; dort war, wenn man das so sagen möchte, die Mannschaft der USA etwas glücklicher; das "Golden Goal" erzielte Jack Hughes nach Assists von Zach Werenski und Connor Hellebuyck; für das Team von Cheftrainer Mike Sullivan war es nach Squaw Valley 1960 und Lake Placid 1980 nach 46 Jahren der dritte Sieg bei olympischen Spielen und damit auch der erste Triumph außerhalb des eigenen Landes.
Chr. Brugger
22/02/2026
