Olympia-Tickets zu verschenken
Schön langsam müssen bei allen österreichischen Liebhabern gepflegten Wedelns die Alarmglocken läuten; angesichts der Ergebnisse heimischer AthletInnen bei diversen Weltcupveranstaltungen in der Randsportart "Ski Alpin" gibt es 17 Tage vor Beginn der olympischen Winterspiele zahlreiche Tickets zu verschenken bzw. nahezu umsonst; ginge es nämlich nach den tatsächlich erbrachten Leistungen sähe sich der weltgrößte Skiverband dazu gezwungen, zum ersten Mal in der Geschichte auf einige Startplätze bei den olympischen Alpin-Bewerben zu verzichten.
Früher war zwar beileibe auch nicht alles besser; allein, wir hatten bis vor einigen Jahren wenigstens in der jeder alpinen Disziplin 4 SportlerInnen, die man als weltcuptauglich und olympiareif bezeichnen konnte; einen solchen "Befund" können wir heute nicht ausstellen.

Quelle: https://www.olympia.at/news/olympia-2026-in-italien/24669&scsqs=1
In den technischen Disziplinen der Damen (Slalom u. Riesentorlauf) haben wir mit Julia Scheib und Katharina Truppe gerade einmal 2 Skifahrerrinnen, denen man Medaillenchancen zubilligen könnte; der Rest ist schlicht und ergreifend nicht wettkampftauglich und meilen- bzw. sekundenweit von den jeweiligen Podestplätzen entfernt.
Ähnlich ist die Situation bei den "Technikern": Mit Stefan Brennsteiner und Marco Schwarz gibt es bloß 2 Riesentorläufer; im Slalom können wir nur auf ein olympisches Wunder bzw. darauf hoffen, dass sich Manuel Feller unserer alpinen Volksseele erbarmt – alle anderen Aspiranten fahren der Konkurrenz hinterher und kommen einfach nicht "vom Fleck".
Etwas besser ist es in den sog. "Speed-Disziplinen": Vincent Kriechmayr ist Fixstarter in beiden Disziplinen; nach einem weiteren konkurrenzfähigen Abfahrer sucht man allerdings seit Längerem vergebens.
Im Super-G ist mit Raphael Hasser ebenso zu rechnen wie mit Marco Schwarz; mangels interner Rivalen wird auch Stefan Babinsky nach Bormio anreisen.
Auch bei den "Speed"-Damen ist längst nicht alles "eitel Wonne": Cornelia Hütter ist zweimal gesetzt; dasselbe wird für Mirjam Puchner gelten – dann wird es aber auch in diesen beiden Disziplinen "zappenduster"; die beiden restlichen Startplätze könnte man ebenso gut verlosen – darauf verzichten wird der ÖSV vermutlich nicht.

Quelle: https://www.olympia.at/news/Von-den-Fans-tragen-lassen/44933
Nüchtern betrachtet hat sich außer den Genannten niemand eine Teilnahme bei den olympischen Spielen verdient; die restlichen Tickets sind heuer recht "billig" zu bekommen; manche mögen sich zwar über die Teilnahme von sog. "Ski-Exoten" bei sportlichen Großveranstaltungen echauffieren; nicht nur im Anbetracht der Situation bei den Alpinen des ÖSV sollte man jedenfalls nicht darauf verzichten auch darüber nachzudenken, ob sich Österreich bei den Spielen in Mailand & Cortina nicht auch den einen oder anderen "Exoten" leisten muss um überhaupt vollzählig in den "Startlisten" aufzuscheinen.
Qualitativ ist jedenfalls zwischen Rückständen von 2, 4 oder 8 Sekunden kaum ein Unterschied; wenn allerdings Sportler aus einer skialpinen "Hochburg" die Konkurrenz nur noch von hinten bzw. mit dem Fernglas sehen, wird es nicht bloß peinlich, sondern imageschädigend.
Chr. Brugger
20/01/2026
