Safety first …

08.04.2026

Der nächste "Knaller" der türkis-rot-pinken Bundesregierung: Es wurde ein nationales "Koordinationsgremium" für "Sicherheitsfragen" installiert, um solcherart "die Sicherheit und das Wohlergehen der Menschen in Österreich zu gewährleisten", wie die SekretärInnen Michaela Schmidt und Alexander Pröll bzw. Ministrant Wiederkehr das heute verlauten ließen.

Die besondere Aufmerksamkeit gelte dabei u.a. der Straße von Hormus, den Schwankungen der Energiepreise und speziell den Auswirkungen auf Lieferketten für kritische Güter war zu hören; und Wien stünde, so der Bildungsministrant, "als Verhandlungsort zur Verfügung".

Quelle: https://www.facebook.com/photo/?fbid=1209298164714880&set=pcb.1209298204714876

Chapeau kann man dazu nur sagen, Chapeau; es bleibt nur die Frage offen bzw. unbeantwortet, wie dieses "Koordinationsgremium" Einfluss auf die Befahrbarkeit der Straßen von Hormus und Bab al-Mandab im Golf von Aden nehmen will bzw. was dessen Einfluss auf internationale Lieferketten oder schwankende Energiepreise sein könnte.

Pröll, Schmidt & Wiederkehr ist scheinbar noch nicht aufgefallen, dass weder Europa noch Österreich auf der internationalen Bühne irgendeine Rolle spielen und im besten Fall als Zaungäste geduldet werden; die Europäer sind immer nur dann "gefragt", wenn es darum geht, sich mit den angerichteten Schäden abzufinden und finanzielle Hilfe leisten zu müssen.

Während alle anderen immer irgendwie profitieren, bleibt für Europa nur die Rolle des zahlenden Idioten, der zwar nichts zu sagen aber für alles aufzukommen hat.

Das jüngste Beispiel dafür, warum Europa und Österreich international längst als Lachnummern gehandelt werden, hat unsere Oberdiplomatin Beate Meinl-Reisinger geliefert: Während sie im Saudi-Arabien weilt und noch immer davon trällert, sie wolle "vermittelnd zu einer Deeskalation im Nahen Osten beitragen" haben sich die USA, Israel und der Iran im fernen Pakistan auf eine Waffenruhe verständigt.

Wenn Meinl-Reisinger also meint, es sei "gerade in schwierigen Zeiten entscheidend, dass wir vor Ort sind, wo über Sicherheit und unsere wirtschaftliche Zukunft mitentscheiden wird", wäre es vielleicht schlauer gewesen, nicht in Raid zu landen, sondern in Islamabad.

Blöd ist nur, dass im Nahen und Mittleren Osten niemand ein Interesse daran hat, mit EuropäerInnen, geschweige denn ÖsterreicherInnen zu verhandeln oder diesen mitzuteilen, wo wann welche Entscheidungen getroffen werden.

Quelle: https://www.facebook.com/photo?fbid=1209298168048213&set=pcb.1209298204714876

Wenn nun unser oberster "Krisenkoordinator", Christian Stocker, gar die "gute internationale Vernetzung Österreichs" bemüht, sollte die Frage erlaubt sein, warum in ganz Europa niemand etwas vom Waffenstillstand in Pakistan wusste?

Während sich die völlig vertrottelten Europäer noch müde die Augen reiben, reiben sich die Chefverhandler von Islamabad längst ihre Hände – sie haben gute Geschäfte gemacht; das ist der feine Unterschied zwischen Gänseblümchendiplomatie und der Realität.

Eher wird jedenfalls die Straße von Hormus asphaltiert, als dass ein europäischer Politiker auf der internationalen Bühne ernst genommen würde.

Man kann daher in etwa ermessen, welche Ergebnisse die Bemühungen des neuen, heimischen "Koordinationsgremiums" vor allem vor dem Hintergrund globaler Probleme zeitigen werden; effizienter und günstiger wäre es wohl, ein paar Farbenblinde über bunte Murmeln diskutieren zu lassen ...

Chr. Brugger

08/04/2026