Sieger sehen anders aus

26.03.2026

Beim Weltcup-Finale der Ski-Alpinen im norwegischen Hafjell sind die ÖsterreicherInnen nur als "Füllmasse" für ausgedünnte Starterfelder vor Ort gewesen; mit Ausnahme von Julia Scheib, der RTL-Saisonbesten, haben die heimischen Ski-FahrerInnen absolut nichts mit den Entscheidungen in den Disziplinen Slalom & Riesentorlauf zu tun; das war auch schon vor ein paar Tagen in Kvitfjell nicht anders als es noch um die Kristallkugeln in der Abfahrt bzw. im Super-G gegangen ist; im Gesamtweltcup spielen die ÖsterreicherInnen ohnedies keine wie immer geartete Rolle.

Trotz höchster Ansprüche im ÖSV hinken nicht nur die Leistungen der heimischen "Ski-Asse" weit hinterher; der einst erfolgreichste Skiverband der Welt ist mit seinen überwiegend erfolglosen wie "alten" AthletInnen zu einer internationalen Lachnummer geworden, Verband und Trainer stehen in der Kritik und im Nachwuchsbereich sind wir, im Unterschied zu früher, in Wahrheit gar nicht mehr vorhanden; im ÖSV hat man, ob jemand das hören will oder nicht, jahrelang "geschlafen" und die Zeichen der Zeit nicht ernst genommen bzw. völlig verkannt; insofern stehen Roswitha Stadlober & Co vor der Ruine ihrer eigenen Überheblichkeit; der aufgeblähte Skiverband bringt einfach nichts mehr aus dem "Zeug".

Quelle: https://www.instagram.com/lollipirovano/ (Screenshot)

Sollten Vincent Kriechmayr (34) und Cornelia Hütter (33) tatsächlich ihre Karrieren beenden, stünde der ÖSV in den "schnellen Disziplinen" völlig blank da und wäre dort u.a. der Konkurrenz aus der Schweiz und Italien heil- wie hilflos ausgeliefert; wie sollen Daniel Hemetsberger (34) und Nina Ortlieb (29) gegen Franjo von Almen (24), Giovanni Franzoni (24) oder Emma Aicher (22) bestehen? Und solange Marco Odermatt, Alexis Monney, Dominik Paris, Laura Pirovano, Breezy Johnson, Sofia Goggia oder Corinne Suter "am Weg" sind, reduzieren sich die Erfolgsaussichten ohnedies gegen Null.

Noch dramatischer, sofern das überhaupt noch denkbar sein sollte, ist die Ski-Austria-Zukunft bei den TechnikerInnen; abgesehen von Julia Scheib (27) gibt es im gesamten ÖSV keinen einzigen Alpinen, der eine Chance hätte im Slalom oder RTL am Podest zu landen und zugleich jünger wäre als die Steirerin.

Die Kader-Zugehörigkeit bzw. Weltcup-Präsenz hat der Großteil unserer relativ erfolglosen Ski-LäuferInnen aber ohnedies nicht hervorragenden Leistungen zu verdanken, sondern eher der Tatsache, immerhin noch als Einäugige unter den Blinden mitfahren zu dürfen.

Zum "Nachwuchs" des ÖSV ist leider kein Wort zu verlieren – es gibt ihn schlicht und ergreifend nicht; ein Blick in die Ergebnislisten der alpinen Junioren Ski-WM zeigt, dass wir auch in diesem Bereich den Anschluss an die internationale Spitze längst verloren haben; über große Talente verfügen andere Länder, nur nicht Österreich bzw. der ÖSV.

Quelle: https://www.instagram.com/camille_rast/

Noch vor ein paar Wochen haben unsere "Ski-Experten" Christian Mitter & Roland Assinger davon gefaselt, im Nationencup sowohl bei der Gesamtwertung als auch bei den Damen sogar noch um den Sieg "mitkämpfen" zu wollen; wenn man sich die Realität allerdings ansieht wird klar, mit welchen Fantasten wir es an der Spitze der AthletInnen-Betreuung zu tun haben; im Nationen-Weltcup liegen wir 706 Punkte hinter der Schweiz und bei den Damen 465 Punkte hinter den US-Amerikanerinnen; Österreich hat in den letzten Wochen nichts aufgeholt, sondern nur noch mehr an Boden verloren; im Nationencup der Herren fehlen den Österreichern "satte" 1.312 Punkte auf die Schweizer.

Was unsere vermeintlichen Ski-Experten nie erwähnen, ist die Tatsache, dass lediglich 16 US-Girls für den großen Punktevorsprung in der Nationenwertung verantwortlich sind, aber 26 Österreicherinnen (+ 62,5%) am Start waren; noch eklatanter ist die Relation zwischen erzielten Punkten und dafür notwendigen Athleten z.B. im Slalom der Herren; dort fahren 5 Franzosen 9 Österreichern (+ 40%) um 339 Punkte davon und 7 Norweger erzielen beinahe doppelt so viele Punte wie die neun heimischen Wedler; ernüchternd ist die Situation ebenso in der Abfahrt bei den Herren; 12 Österreicher haben um 691(!) Punkte weniger erzielt als 6 Italiener; alleine daran ist erkennbar, was österreichische Masse von italienischer Klasse unterscheidet.

Die äußerst schwache Saison der ÖSV-AthletInnen wird nur noch von der Performance der ORF-ReporterInnen in den Schatten gestellt; was sich die aufgedunsene ORF-Crew in den letzten Monaten geleistet hat, ist an Dämlichkeit, fachlicher Inkompetenz und rhetorischer Impertinenz nicht überbietbar.

Quelle: https://www.facebook.com/photo?fbid=892430383661681&set=a.114468984791162

Es ist eine Schande, was die Mitarbeiter eines öffentlich-rechtlichen TV-Senders, der überwiegend mit Zwangsgebühren finanziert wird, während einer Skisaison aufführen und von sich geben dürfen; Oliver Polzer, Rainer Pariasek, Ernst Hausleitner oder Peter Brunner haben von dem, worüber sie eigentlich berichten möchten, kaum den Funken einer Ahnung.

Die fachliche Inkompetenz soll durch sog. "Experten" substituiert werden, die, wie in den "Fällen" Hans Knauß, Nicole Hosp, Nicole Schmidhofer oder Joachim Puchner zu hören ist, sprachlich allerdings nur noch mit Maßstäben zu messen sind, die man in sonderpädagogischen Zentren anzulegen hätte …

Chr. Brugger

25/03/2026