AI & Meta-Smart-Brillen …

15.10.2026

Not macht erfinderisch, heißt es; aber auch Geldgier und das Streben nach der sog. "Super AI" motivieren offenbar die "Superhirne" dieser Welt, mit ihren Neuerungen kräftig "Kasse" machen zu wollen.

Zur "künstlichen Intelligenz" mag jeder stehen, wie er will; Tatsache ist aber jedenfalls, dass diese "Errungenschaft" bereits jetzt "Blüten" zeitigt, die die Menschheit vor Probleme stellen, denen sie in Bälde nicht mehr gewachsen sein dürfte.

Während sich die Befürworter der Artificial Intelligence ("AI") vor allem wirtschaftliche Erfolge erwarten, versuchen deren Gegner vergebens, auf damit einhergehende Gefahren hinzuweisen; Fakt ist jedenfalls, dass "AI" bereits tief in viele gesellschaftliche Belange eingedrungen ist und dort Veränderungen bewirkt hat, deren tatsächliche Folgen man derzeit nur erahnen kann.

Zeit- und ressourcenschonend mag "AI" zwar sein; sie ist aber zumindest in eben demselben Maß gefährlich, wie Opiate, Sedativa oder Nikotin – sie macht binnen kürzester Zeit abhängig, reduziert kognitive Anstrengungen auf ein Mindestmaß und lähmt Aufmerksamkeit & Konzentration.

Quelle: https://www.svd.se/a/K8nrV4/metas-ai-smart-glasses-and-data-privacy-concerns-workers-say-we-see-everything (Screenshot)

Es steht, und das zurecht, die Frage im Raum, welchen Beitrag "AI" zur gänzlichen Verdummung von Gesellschaften leisten wird; sie kompensiert bereits jetzt nicht vorhandenes Wissen und fehlende Intelligenz und kann in vielen Belangen schnellere bzw. effizientere "Lösungen" anbieten; wozu soll jemand noch stundenlange recherchieren, sich in ein Thema einlesen oder selbst Gedanken machen, wenn "AI" das binnen weniger Sekunden erledigt?

Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass "AI" in den nächsten Jahren weltweit Millionen von Arbeitsplätzen vernichten und Arbeiten verrichten wird, die bislang von Menschen erledigt wurden; die Kosten-Nutzen-Relation wird dazu führen, dass u.a. administrative Aufgaben im Dienstleistungssektor durch "AI" erledigt werden; schneller, billiger, allenfalls zwar nicht besser, dafür aber in Summe "effizienter"; angebotene Leistungen werden deshalb auch günstiger sein.

Das äußerst lukrative Segment von Artificial Intelligence wird dabei, das liegt in der "Natur der Sache", täglich nicht bloß erweitert bzw. verbessert, sondern auch um so manch seltsame "Innovation" bereichert.

Seit einiger Zeit sind auf dem Markt sog. "Meta-Smart-Brillen" käuflich zu erwerben; diese Brillen dienen allerdings vorrangig nicht optischen, sondern anderen Zwecken: Sie zeichnen alles auf, was der, der sie trägt, sieht, spricht oder hört.

Das Problem dabei ist, dass auch jeder, der (durch diese Brille) gesehen wird, "datenmäßig" erfasst und gespeichert ist – ob jemand das will oder dem zugestimmt hat, ist einerlei.

Wenn jemand beispielsweise am Strand eine solche Brille trägt und sich Frauen "oben ohne" ansieht, kann das "Gesehene" am Laptop nicht nur ansehen, sondern auch entsprechend "bearbeiten", mit anderen "teilen" oder auf die Idee kommen, damit auch Geld verdienen zu wollen – der kriminellen Energie sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

Quelle: https://www.svd.se/a/K8nrV4/metas-ai-smart-glasses-and-data-privacy-concerns-workers-say-we-see-everything (Screenshot)

Noch pikanter wird es, wenn jemand diese Brille vor, während und nach dem Geschlechtsverkehr trägt – denn das, was er gesehen oder gehört hat bzw. was dabei "gesprochen" wurde ist dann "datenmäßig" verfügbar.

Es kann auch rein "zufällig" passieren, dass diese Brillen an Orten liegen bleiben, an denen man sich eigentlich unbeobachtet fühlt – in Toiletten, Schlafzimmern, Umkleidekabinen oder sonst wo; die Brille sieht, hört und zeichnet auf, obwohl sie niemand trägt.

Nicht erst seit den Berichten im "Svenska Dagbladet", einer schwedischen Tageszeitung, sind diese Brillen von Facebook-Besitzer "Meta" in aller Munde, aber auch im "Verruf" – datenschutzsensible Daten in Form von Bildern, Video- und Tonaufzeichnungen werden offensichtlich direkt in die Systeme des US-amerikanischen Technologieriesen eingespeist und dann von sog. "Datenannotatoren" u.a. in "Niedriglohnländern" wie Kenia gesichtet, kategorisiert oder getaggt; die dürfen sich dann ansehen, wie klammheimlich Aufnahmen fabriziert wurden, auf denen ahnungslose Menschen bei "Aktivitäten" zu sehen sind, die ihre intimsten privaten Bereiche betreffen (https://www.svd.se/a/K8nrV4/metas-ai-smart-glasses-and-data-privacy-concerns-workers-say-we-see-everything).

Mit "AI" bearbeitet bzw. "verfeinert" dienen solche Aufnahmen dann für allerlei Porno-Clips oder sonstige private "Vergnügen" – so hat plötzlich jemand das "Zeug" zur Sex-Ikone oder Porno-Queen, ohne davon nur das Geringste zu ahnen bzw. gar zu wissen.

All das mag zwar im Sinne des, damit fürstlich verdienenden, Erfinders sein, ändert aber nichts an der Rechtswidrig- oder Abartigkeit solcher, "AI"-generierter, "Erzeugnisse".

Quelle: https://www.svd.se/a/K8nrV4/metas-ai-smart-glasses-and-data-privacy-concerns-workers-say-we-see-everything (Screenshot)

Wenn nun in Wien ein Schüler mit einer solchen "Meta-Smart-Brille" in seiner Schulklasse sitzt, MitschülerInnen und LehrerInnen aufzeichnen, abhören oder nachträglich diese Aufzeichnungen "bearbeiten" könnte, sollten alle Alarmglocken schrillen; es sollte auch die Frage beantwortet werden, ob man so etwas dulden bzw. wie man gegen dermaßen abartige Praktiken vorgehen möchte; der Bundesverwaltungsgerichtshof hat gegen solche heimlichen, potenziell möglichen, Aufzeichnungen in heimischen Schulen ja scheinbar nicht viel einzuwenden (BVwG, 03.08.2026, W224 2346501-1).

Vielleicht müssen daher bei uns ja erst minderjährige SchülerInnen nach dem Turnunterricht in der Dusche nackt herumspringen, um sich dann auf Facebook dabei selbst zu- oder ansehen zu können …

Chr. Brugger

15/10/2026