Babler-Triumph auf (fast) allen Ebenen
Was die stolzen Sozialdemokraten innerhalb weniger Stunden aus ihrem roten Hut gezaubert haben, verblüfft neben den politischen Mitbewerbern auch die Journalisten sowie die "Influencer" dieses Landes.
Im Kern ging es, zumindest bis gestern, bei den Sozialisten darum, ihren unbeliebt-erfolglosen Parteichef irgendwie loszuwerden; dabei haben die 9 SPÖ-Bundesländervorsitzenden die Rechnung ohne den Wirt gemacht; einen "Sesselkleber" wird man, selbst wenn er zu nichts zu gebrauchen ist, nicht so schnell und einfach los; und freiwillig abtreten wollte Babler ganz offensichtlich nicht.
In Anbetracht der unerwartet prekären Situation, in die sich die, ach so schlauen, Länderchefs hineinmanövriert haben, waren sie am späteren Nachmittag des gestrigen Sonntages im 2. Stock der Luxusherberge "Steigenberger Icon Herrenhof" dem Subjekt ihrer "wohldurchdachten" Rauswurfpläne hilflos ausgeliefert; Babler hat Ludwig, Doskozil, Fellner & Co deren "Rechte" verlesen und ihnen klar gemacht, dass das Spiel "Intrige" nur nach seinen Spielregeln gespielt wird.

Quelle: https://www.facebook.com/heute/posts/die-ampel-für-österreichs-erste-dreier-koalition-blinkt-eineinhalb-jahre-nach-de/1545670950934841/ (Screenshot)
Beim Pressauftritt Bablers sind die politischen Lehrbuben aus den neun Bundesländern dann in der ersten Reihe gesessen und mussten zuhören, was ihr(!) Chef zu sagen hatte.
Ein politisch längst für tot Gehaltener hat 3 Landeshauptleuten und deren 6 Parteikollegen erklärt, wo der "Andy" den Most herholt; Babler bleibt bis auf Weiteres Parteichef und Vize-Kanzler sowie Bundesminister für Sport, Kunst, Kultur, Wohnen & Medien; sollte Markus Marterbauer Anfang 2027 gesundheitlich dazu in der Lage sein, wird er den Vize-Kanzler "spielen".
Völlig offen ist allerdings was passiert, wenn Marterbauer gesundheitlich schwächelt und das Amt nicht von Babler übernehmen kann.
Ebenso offen ist die Ablöse Bablers als Partei-Chef; diese Frage will man erst im Frühjahr 2027 beantworten – bis dorthin sollen – Achtung, kein Scherz – Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher die SPÖ führen.
Nominell ist aber selbst dann immer noch der erst vor 6 Monaten mit ca. 80%-Zustimmung gewählte Babler Parteichef – insofern wird sich für Babler zumindest bis März/April 2027 nichts ändern; weder an seinen Positionen noch an seinen Bezügen.
Pikant ist auch, dass Holzleitner & Kucher bis vorgestern die Übernahme von Führungspositionen innerhalb der SPÖ kategorisch ausgeschlossen haben; sie wurden, wie Markus Marterbauer, scheingar zwangsbeglückt und gelten damit vom ersten Tag an nur als willfährige Notnägel.
Auch Marterbauer hatte die Übernahme anderer / weiterer Funktionen unter Bedachtnahme auf seine gesundheitliche Situation immer dezidiert ausgeschlossen.
Obwohl niemand weiß, wie es mit der SPÖ weitergehen soll, ist eines seit gestern vollkommen klar: Der große Gewinner des Abends heißt Andreas Babler; Michael Ludwig, Hans Peter Doskozil, Daniel Fellner & Co haben sich eine "blutige Nase" abgeholt und zogen beschämt wie gedemütigt von dannen.

Quelle: https://www.instagram.com/p/Db0morYDmHm/ (Screenshot)
Eva-Maria Holzleitner & Philip Kucher dürfen ab sofort als Marionetten Bablers "herumtanzen" und auftreten; und bei Markus Marterbauer weiß man gar nicht, was es denn zu sagen oder zu schreiben gäbe; er hat sich zu den Plänen Bablers bislang nicht geäußert, sondern durchlebt vermutlich derzeit einige der schwierigsten Tage seines bisherigen Lebens.
Marterbauer mag zwar, was keine Überraschung ist, innerhalb der SPÖ der beliebteste Politiker sein; aber auch seine Werte befinden sich, wenn man sie nüchtern betrachtet, im negativen Bereich.
Was die SPÖ, zum Gaudium aller ÖsterreicherInnen, in den letzten Tagen aufgeführt hat, ist durchaus bemerkenswert; es ist nämlich an und für sich eher unüblich, dass derjenige, den man vor die Tür setzten will, bestimmt, wie es im Raum weitergehen soll.
Babler ist damit sogar ein Kunststück gelungen, das nur sehr wenige zustande bringen; er hat, im Sinne von Ferenc Molnar, eine Drehtür als Zweiter betreten und ist dennoch als Erster wieder herausgekommen.
Was der SPÖ-Partei-"Chef-Stratege" allerdings, im Eifer des Gefechtes, übersehen hat, ist nur, dass die Partei seit gestern "völlig zerrissen" ist und die Messer bereits gewetzt werden; zudem ist die Partei in ihrer absurden 3-er "Führungskonstellation" kopf- und führungslos; das macht sie für Angriffe aller Art schutzlos; wenn die ÖVP morgen die Koalition auflöst, weil ihrer Ansicht nach die Regierung aufgrund der Babler-"Tricksereien" nicht mehr funktioniert, hat die SPÖ für eine potentielle Neuwahl nicht einmal einen Spitzenkandidaten – Babler ist zwar noch immer da, aber irgendwie auch nicht; Marterbauer würde sich einen anstrengenden Wahlkampf vermutlich nicht antun und sonst ist weit und breit niemand zu sehen, der ein völliges Wahldebakel verhindern könnte; wer die ÖVP kennt, muss das Schlimmste für die SPÖ befürchten …
Chr. Brugger
05/10/2026
