Das Ende der Sozialisten
Der dramatische Absturz der SPÖ in der Wählergunst ist bei weitem kein nationales Einzelschicksal; in aller "Herren Länder" erodieren seit einigen Jahren "rote Bastionen".
In Dänemark liegt die "Socialdemokraterne" von Mette Frederiksen nur noch bei ca. 20%, was einem Verlust von ca. 8% in 4 Jahren entspricht.
In Spanien befinden sich die Partido Socialista Obrero Español (PSOE) des gescheiterten Ministerpräsidenten Pedro Sánchez ebenso im Sinkflug; er hat ob seiner blamablen Performance bereits Neuwahlen angekündigt und sich als "sozialistisches role model" längst selbst entzaubert; nach der "Pleite von Ceuta" demonstrieren seit Wochen hunderttausende Spanier gegen die grassierende Wohnungsnot.

Quelle: https://www.watson.ch/international/eu/601233881-spd-krise-diese-europa-grafik-zeigt-den-zustand-der-sozialdemokratie (Screenshot)
Bei den Deutschen ist die SPD nur noch für ca. 13% wählbar – ein Glück für Helmut Schmidt, dass er diesen Weg der Selbstzerstörung nicht mehr mitgehen muss; nach Olaf Scholz bedienen jetzt Lars Klingbeil & Bärbel Bas die "rote Abrissbirne".
In Frankreich ist die einst so stolze "Parti socialiste" (PS) in einem mehr oder minder absurden Wahlbündnis ("Divers gauche") aufgegangen, das diverse Linke vereint – im aktuellen Wahltrend sprechen die "Diversen" noch ca. 4%(!) aller französischen WählerInnen an.
Bei den Portugiesen hat es die "Partido Socialista" zustande gebracht, ihren Stimmenanteil bei den Parlamentswahlen von 2022 bis 2025, also binnen 3 Jahren, beinahe zu halbieren.
Aber auch in Griechenland, Italien, Polen, Rumänien oder Bulgarien sind die "Sozialdemokraten" vollkommen bedeutungslos; dasselbe gilt für Kroatien, Irland, die Schweiz, Slowenien, Lettland und zahlreiche andere Länder.

Quelle: https://www.dw.com/de/südamerika-hat-den-sozialismus-satt/a-19514893 (Screenshot)
Die "rote Erosion" ist aber nicht nur auf Europa beschränkt; auch in Süd- oder Lateinamerika befinden sich die "Sozialisten" stabil auf dem Weg in die politische Bedeutungslosigkeit; in Argentinien, Chile und Kolumbien regieren mit Javier Milei, José Antonio Kast und Abelardo de la Espriella bereits recht "Konservative"; sollte in Brasilien Luiz Inácio Lula da Silva "fallen" und sein Herausforderer Flávio Bolsonaro obsiegen, dann werden die 5 "wichtigsten" Länder Südamerikas von "Rechten" regiert; denn auch in Peru ist mit Fuerza Popular eine "Rechtskonservative" an der Macht.
Von den 10 stärksten Wirtschaftsnationen in Asien wird, warum auch immer, keine einzige sozialdemokratisch regiert; während in China die Kommunisten das Sagen haben, regieren in Japan, Indien und Indonesien rechtsorientierte Politiker bzw. sogar Autokraten, in Südkorea die Links-Populisten rund um Lee Jae-myung, in Thailand die Nationalisten und in Taiwan die pragmatisch-unideologische TPP mit Cho Jung-tai.
Saudi-Arabien ist eine Monarchie bzw. ein absolutistischer Einheitsstaat, wo König Salman bin Abdulaziz Al Saud gebietet; in der Türkei wiederum herrscht Recep Erdoğan seit Jahren in Form einer elektoralen Autokratie.
Und, zu guter Letzt, regiert im Iran, wenn es nach westlichen Ansichten geht, mit Massud Peseschkian ein islamistischer Revolutionsgardist der übelsten Sorte – auch das ist nachweislich kein Sozialdemokrat.
Was für Asien gilt, gilt gleichermaßen für Afrika – dort gehen die Uhren aber politisch ohnedies etwas "anders"; so gibt es in Ägypten & Algerien eine Militär-Diktatur, in Nigeria regiert ein äußerst dubioser Despot, Marokko ist wiederum ein nepotistisches Königreich und in Angola regiert eine suspekte Machtelite mit Hilfe einer korrupten Justiz gegen das eigene Volk.
In der demokratischen Republik Kongo leben ca. 115 Millionen Menschen in einem autoritären Regime; dasselbe Schicksal ereilt ca. 140 Millionen ÄthiopierInnen und ca. 60 Millionen KenianerInnen; in Südafrika regiert mit dem skandalumwitterten wie auffällig vermögenden Cyril Ramaphosa just der Schwager des ersten südafrikanischen Milliardärs, Patrice Motsepe, der wiederum öffentlich bekundet, dass er Donald Trump liebt.

Quelle: https://www.max-planck-schule-kiel.de/articles/DWdPsXkE1QkT (Screenshot)
Bleibt aus den "Top 10" nur noch Ghana, das als einziges Land Afrikas einigermaßen jene Kriterien erfüllen kann, die man im Westen für eine Demokratie voraussetzt; zumindest der "National Democratic Congress" (NDC) von Präsident John Dramani Mahama gilt als sozialdemokratisch – immerhin.
Selbst in Australien droht den Sozialisten im Kleid der der Labour Party Ungemacht; dort liegt in aktuellen Umfragen Pauline Hanson's "One Nation" bereits vor den "Roten" von Premierminister Anthony Albanese.
Weltweit droht also den Sozialisten dasselbe Schicksal; sie verlieren an Bedeutung und werden zunehmend irrelevant; die Ursachen für diese Selbstzerstörung liegen auf der Hand: Während die Wählerschaft aus Abneigung gegen die Partei-Demokratien stetig abnimmt, haben die handelnden Politiker das Vertrauen der restlich verbliebenen Wähler verloren; die für die Bevölkerung der Länder zentralen Themen sind den Volksvertretern einerlei; vor allem in Europa ist das "von links in die Mitte"-Credo zu einem unwirksamen Zentrismus verkommen, der die Wähler frustriert und das Parteienspektrum verwässert; die Menschen wollen klare Ansagen und ebensolches Handeln; mit dem kompromiss-beseelten "Lavieren" der 80er oder 90er Jahre will kaum noch jemand etwas zu tun haben; speziell die Sozialisten haben die Zeichen der Zeit aber bis heute nicht erkannt.
Sie regieren bzw. agieren so, als hätte die Jahrtausendwende noch gar nicht stattgefunden.
Chr. Brugger
06/10/2026
