Die FIFA – eine „NGO von Gottes Gnaden“?

08.06.2026

Dass es bei der Veranstaltung, Vermarktung und "Präsentation" von Fußballweltmeisterschaften nicht mir "rechten Dingen" zugeht, dürfte allen Fußballfans bekannt sein; und nicht erst seit der Skandal-WM in Katar ist klar, dass in der Regentschafts-Dekade des FIFA-Präsidenten Gianni Infantilo der Sport auf dem Altar der Gewinnmaximierung geopfert wurde.

Einem Artikel in der FAZ vom 07.06.2026 ist zu entnehmen, was den von Wladimir Putin bereits 2019 mit dem "Orden der Freundschaft" ausgezeichneten Funktionär "auszeichnet": "Gianni Infantino hat den Weltfußballverband FIFA nicht reformiert, er hat ihn übernommen. Sein Prinzip: Er bringt das Geld, er hat die Macht. Wenn in Nordamerika der WM-Ball rollt, ist Fußball eigentlich Nebensache."

Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/russlands-rueckkehr-in-fussball-kritik-aus-berlin-und-bruessel,russland-rueckkehr-fifa-uefa-dfb-100.html (Screenshot)

Was der, gleichsam diktatorisch herrschende, FIFA-Präsident – mit Wohlwollen der nationalen Verbände – "aufführen" darf, spottet nicht nur jeder Beschreibung; es bleibt die unbeantwortete Frage im Raum, wie bzw. womit sich Infantilo seine Macht "erkauft" hat; wer als "Best Buddy" von Wladmir Putin, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani (Katar), Donald Trump & Prinz Mohammed bin Salman bin Abdulaziz Al Saud (Saudi-Arabien) gilt, könnte allenfalls nicht über jeden Zweifel erhaben sein.

Um die WM 2034 in Saudi-Arabien zu "ermöglichen", wurden für die WM 2030 der Einfachheit halber gleich 6 Länder auf 3 Kontinenten "bedient": Argentinien, Paraguay, Uruguay, Marokko, Spanien und Portugal; auch bei dieser sport-politischen Farce haben sich Fußball-Funktionäre weltweit einspannen bzw. "überzeugen" lassen.

Quelle: htps://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/erst-qatar-und-nun-saudi-arabien-fifa-praesident-gianni-infantino-laesst-den-nationalen-verbaenden-keine-wahl-110142667.html (Screenshot)

Saudi-Arabien steht, ebenso wie Katar, nicht zwingend in Verdacht ein Land zu sein, in dem es vordergründig um jene Werte ginge, die die FIFA u.a. auf ihrer Homepage postuliert: "Kampf gegen Rassismus und alle anderen Formen der Diskriminierung", "Förderung von Fairness und Respekt", "Schutz der Menschenrechte", "Kinderschutz"; ob u.a. Saudi-Arabien als WM-Veranstalter 2034 jene Standards erfüllt, die die "FIFA´s Human Rights Policy" beinhaltet, ist nicht bloß fraglich, sondern ausgeschlossen (https://media.business-humanrights.org/media/documents/files/documents/FIFAs_Human_Rights_Policy_0.pdf).

Es hat ganz den Anschein, als wäre die FIFA eine "NGO von Gottes Gnaden", eine supranationale Organisation, wunderbar geborgen im Schoß von Kriegsverbrechern, senilen Demagogen & staatsreligiösen Regimefanatikern – bar jeder Jurisdiktion.

Wer sich in einem solchen Eldorado wähnt, dem kommt nicht in den Sinn, dass die Fußball-Welt kein Spielplatz für kriegspolitische Fehden ist oder ein Tummelplatz für propagandistischen Missbrauch.

Quelle: https://dn-3.timesofoman.com/article/161932-fifa-president-gianni-infantino-presents-first-ticket-of-2026-world-cup-final-to-donald-trump

Wir dürfen gespannt sein, was der "Menschenrechtsexperte" Infantilo bei der bevorstehenden WM zum Besten geben wird; vor 4 Jahren in Katar meinte er, angesprochen auf die Menschenrechtsverletzungen im Reich seines Freundes Scheich Tamim bin Hamad Al Thani: "Today I feel Qatari. Today I feel Arab. Today I feel African. Today I feel gay. Today I feel disabled. Today I feel a migrant worker" – es bleibt also abzuwarten, was der FIFA-Boss in den USA empfindet und verlauten lässt; dass sich Infantilo wie ein schwuler, behinderter Wanderarbeiter fühlt, wird ihm allerdings nicht einmal "Buddy" Trump abnehmen …

Chr. Brugger

08/06/2026