Die letzten Tage der NEOS?

16.07.2026

Irgendwie fühlt es sich so an, als würden wir in den nächsten 3 Jahren die letzten Tage der NEOS bereits herabzählen dürfen; was 2011 mit der Gründung einer neuen "Reformbewegung" begonnen hat, könnte spätestens im Jahr 2029 ein Ende finden.

Von Beginn an konnten die NEOS in den ländlichen Bereichen dieses Landes nie wirklich fußfassen; außerhalb von Wien spielen die NEOS seit jeher keine Rolle; in den Landtagen von Salzburg, dem Burgenland und Kärnten sind die NEOS gar nicht mehr vertreten.

Bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Oberösterreich (4,23%), Tirol (6,23%) und Niederösterreich (6,67%) droht ihnen dasselbe Schicksal; aber auch in der Steiermark (6,0%) schwächeln die NEOS gewaltig; bei den Gemeinderatswahlen in Graz konnten die NEOS zuletzt nur noch 4,92% erreichen – für eine urban-orientierte Partei ein Armutszeugnis der Extraklasse.

Quelle: https:// www.facebook.com/photo.php?fbid=25669047422703948&set=p.25669047422703948&type=3&locale=de_DE 

Durch die Beteiligung an der gemeinhin nur als "Verlierer-Koalition" bekannten "Bundesregierung" droht der "pinken" Community nicht nur der totale Absturz in die politische Bedeutungslosigkeit; es ist zu befürchten, dass die NEOS bis zur nächsten nationalen Wahl personell wie ideologisch dermaßen ausgedünnt sind, dass sie selbst für die restlich verbliebenen, potenziellen Wähler kaum noch von Relevanz sein werden.

In den ersten, knapp 1½ Jahren ihrer Regierungsbeteiligung haben die NEOS all jene Prinzipien über Bord geworfen, deretwegen man sie überhaupt hätte wählen können; seit dem 03.03.2025 heult man mit den zahnlosen "Wölfen" (ÖVP & SPÖ), frönt der "Postenschacherei", kündigt bloß an und setzt nichts um, macht nur eine "gute Miene zum bösen Spiel" bzw. nickt all das ab, was die NEOS bis vor kurzem noch vehement abgelehnt hätten.

Bei allem Verständnis für das Interesse an Macht sowie hochdotierte Posten: Ist es das wert alles zu verraten, was den Parteigründern Strolz & Dengler wichtig gewesen ist und in der DNA der NEOS eigentlich noch vorhanden sein müsste?

Nun, Beate Meinl-Reisinger trennen von Matthias Strolz nicht bloß intellektuell Welten; Strolz ist ein kluger Visionär, Meinl-Reisinger mittlerweile Teil der von Veit Dengler als "Polit-Kartell" titulierten "Machterhaltungsmaschinerie"; Dengler selbst wurde aus der pinken Community ja mittlerweile ausgeschlossen.

Parteiintern stehen die Zeichen bei den NEOS auf "Sturm"; selbst in den durchwegs schwachen "Landeszentralen" regt sich Widerstand gegen die Parteispitze in Wien; der Führungsstil von Meinl-Reisinger wird zumindest insofern zurecht kritisiert, als die Leistungen der pinken Regierungsmitglieder mehr als zu wünschen übriglassen.

Quelle: https://www.neos.eu/news/2025/2/erweiterter-vorstand-nominiert-regierungsteam (Screenshot)

Sepp Schellhorn wird als "Witzfigur" gehandelt, Christoph Wiederkehr als ideologisierter "Spinner" und Meinl-Reisinger selbst als in sich selbst verliebte "Flugmeilensammlerin"; und auch die junge "Partie" (Shetty, Hoyos, Wotschke & Gammon) rund um die pinke "Ikone" vermittelt nicht eben den Eindruck, als wäre sie just zum Besonderen fähig.

Das Bild, das sich von den "Pinken" in der öffentlichen Wahrnehmung zusehendes einprägt und verfestigt ist jenes von einer uninspiriert-willfährigen Füllmasse, die nur noch die nicht minder frustranen Bemühungen der "schwarz Türkisen" & "Roten" scheinlegitimiert.

In Wahrheit hat diese Koalition längst ihre Legitimität verloren und das in sie gesetzte Vertrauen verspielt; sie vegetiert seit Monaten nur noch als Machterhaltungs- und Schicksalsgemeinschaft umher, nervt und drangsaliert die Bevölkerung und gibt laufend nur vor, alles irgendwie im Griff zu haben; allein, das Gegenteil ist der Fall: Diese Regierung "hat fertig" – Christian Stocker hat nie jemand gewählt, Andreas Babler gilt als völlig unfähig und Beate Meinl-Reisinger fliegt nur sinnlos in der Weltgeschichte umher; alle drei zusammen eint nur eines: Sie zählen zu den unbeliebtesten Politikern des Landes …

Auch am Ende der Funktionsperiode dieser Koalition bzw. nach der nächsten Nationalratswahl wird es mehrere Verlierer geben; größter Verlierer wird jedenfalls die Republik Österreich sein, die von ÖVP, SPÖ & NEOS nur noch näher an den Rand des "Abgrundes" herangeführt worden ist; die ÖVP wird um die 20%-Marke kämpfen, die SPÖ bei ca. 15% "aufschlagen" und für die NEOS wird es noch viel bitterer kommen; wenn sie so weitermachen, werden sie am Einzug in den nächsten Nationalrat scheitern.

Insofern läuft zumindest für die NEOS bereits der Countdown für ihr endgültiges politisches Aus …

Chr. Brugger

16/07/2026