Friede im Nahen Osten?

16.06.2026

Vor dem Hintergrund des plumpen Versuches von US-Präsident Donald Trump, sich für die Lösung eines Problems, das er selbst erschaffen hat, abfeiern zu lassen, hält auch "Westeuropa" bzw. die Europäische Union den Atem an; u.a. auf Kosten und Rechnung der Bevölkerung im Iran soll es nun den lange ersehnten wie unzählige Male angekündigten "Big Deal" geben.

Der 80-jährige US-Clown geriert sich solcherart bei Käfigkämpfen und in Begleitung von Kampfjets als degeneriert-infantiles, flügellahmes Friedensengelchen; die "Europäer" hingegen wussten es, wie immer, schon immer: Frieden gibt es nur mit Diplomatie …

Quelle: https://english.mathrubhumi.com/news/world/us-iran-peace-deal-geneva-june-14-2026-cohh175k

Nun kennt zwar noch niemand den Inhalt des zwischen den USA und dem Iran abgeschlossenen "Agreements" – Macron, Merz & Co maßen sich aber bereits an beurteilen zu wollen bzw. zu wissen, was denn das "Team Trump" mit Modschtaba Chamenei & Co ausgedealt hat.

Die abgrundtiefe Verkommenheit der europäischen Kriegszaungäste ist am besten an deren "Prioritätenwandel" erkennbar: Zu Beginn des Krieges der USA gegen den Iran war das primäre Interesse der "Europäer" ein "Regimewechsel" – nur 3 ½ Monate später ist davon aber kein Wort mehr zu hören; die Öffnung bzw. Wiederbefahrbarkeit der Straße von Hormus hat Vorrang; das Interesse für die Situation von 80 Millionen Menschen wird den eigenen wirtschaftlichen Interessen geopfert; das westliche "Interventionsdenken" ist schnöden volkswirtschaftlichen Überlegungen gewichen; das Hemd ist einem scheinbar also doch viel näher als der Rock …

Blöd ist nur, dass die Europäer, wie das eben bei "unseren" Politikern so ist, die Rechnung ohne den Wirt machen wollen; niemand weiß, was Trump den Mullahs versprochen bzw. mit diesen vereinbart hat; niemand weiß, ob der "Deal" tatsächlich hält; und niemand weiß, wie Israel auf die neuen, freundschaftlichen Bande zwischen den USA und dem Iran reagiert – neben den Europäern zählen die Israeli zweifelsfrei schon jetzt zu den größten Verlierern der kolportierten "Einigung".

Quelle: https://www.thedailystar.net/news/world/us-israel-war-iran/news/us-iran-reach-preliminary-agreement-end-war-signing-set-friday-4199066

Für den Kriegsverbrecher Netanjahu wird es insofern "ernst", als der "Deal" seines US-amerikanischen Freundes bedingt, dass im Libanon endlich "Ruhe" einkehrt; das wird der "Bibi" aber innenpolitisch kaum überleben.

Für die Europäer kommt es noch "dicker": Für die Passage der Straße von Hormus soll künftig "Zoll" zu zahlen sein, das Mullah-Regime im Iran wird legalisiert und de facto anerkannt, China bekommt wieder ungehinderten Zugriff auf Erdöl und Erdgas aus dem Iran und die Europäer haben im Nahen Osten auch weiterhin nichts mitzureden; nur selten war die Ohnmacht der EU noch deutlicher sichtbar als jetzt.

Die dümmlich-naiven "Statements" von António Costa & Ursula von der Leyen sprechen Bände und offenbaren die heillose Hilflosigkeit der "Europäer" – wer auch nur ansatzweise davon ausgeht, die Straße von Hormus würde in absehbarer Zeit gebührenfrei befahrbar sein, erklärt bzw. signalisiert unmissverständlich, hinter dem Mond zu leben; und wer davon faselt, der "Deal" öffnete dir Türe zu umfassenden Verhandlungen über Frieden und Sicherheit im Nahen Osten, der hat nicht alle Tassen im Schrank.

Quelle: https://www.instagram.com/p/DZiyG8iglHQ/ (Screenshot)

Der Dauerkonflikt im Nahen Osten ist ein Faustpfand, das weder der Iran noch die USA und erst recht nicht Israel freiwillig aus der Hand zu geben bereit sind; mit diesem Faustpfand, nennen wir es auch ein Druckmittel, lässt sich Geld verdienen, Einfluss erwirken und Geopolitik machen; wer immer in Europa der Ansicht ist, man könnte dort politisch einen Fuß in die Türe bekommen, verkennt, völlig verblendet wie geschwächt von der hauseigenen Ohnmacht, die Realität.

Europäischem Interventionsdenken fehlt jedwede Substanz; militärisch sind wir "außen vor", geopolitisch eine Lachnummer und strategisch ein blinder Passagier; die Welt hat längst erkannt, wozu sie uns Europäer benötigt – zum Begleichen der jeweiligen Zeche, als idiotische Claqueure und willfährige Narren.

Wir sollten also nicht sonderlich überrascht sein, wenn sich auch Europa an der Bezahlung jener 300 Milliarden Dollar beteiligt, die Trump dem Iran als "Kriegsentschädigung" versprochen haben soll; Europa ist ja der einzige Kontinent dieses Planeten, dem der Friede etwas wert und teuer genug ist, um sich selbst noch weiter kasteien zu wollen …

Chr. Brugger

16/06/2026