Lionel zähmt die „Three Lions“

16.07.2026

Harry Kane & Jude Bellingham ist es im gestrigen Spiel ihres Teams gegen Argentinien nicht anders ergangen als tags zuvor Kylian Mbappé & Michael Olise gegen Spanien: Sie haben im Halbfinale der WM keine Rolle gespielt; den hochdotierten Stars von Coach Thomas Tuchl fehlte just im entscheidenden Moment die nötige Wirksamkeit bzw. Stoßkraft; von beiden englischen "Ausnahmekönnern" war während der gesamten Spielzeit kaum etwas Nennenswertes zu sehen.

Trotz 1:0-Führung durch den neuen FC Barcelona-Spieler Anthony Gordon wirkten die "Three Lions", im Unterschied zur "Albiceleste", völlig platt; das nach einer Stunde von "Löwen-Dompteur" Tuchl verordnete Defensiv-Konzept erwies sich im Nachhinein taktisch als absolut falsch – die "Löwen" waren in der letzten halben Stunde im argentinischen Offensiv-Käfig gefangen, konnte sich nicht mehr befreien und wurden letztlich von Lionel Messi & Co "verspeist".

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Logische Konsequenz: Die Gegentreffer durch Enzo Fernández und Lautaro Martinez (85´ bzw. 90+2´) fielen spät, aber sie fielen – und damit fand der englische Traum von einer WM-Final-Teilnahme sein selbstverschuldetes Ende; so, wie die Engländer in den letzten 40 Minuten aufgetreten sind, kann man nie und nimmer Weltmeister werden – physisch am Ende und zu keiner Gegenwehr mehr fähig.

Während England wie ein angeschlagener Boxer in den Seilen hing, holte Messi zum entscheidenden Niederschlag aus; der 39-jährige, 206-fache Teamspieler bereitete die beiden Tore Argentinien mustergültig vor – das unterscheidet einen tatsächlichen Star von vermeintlichen.

Argentinien steht, und das völlig verdient, zum siebten Mal im Finale einer Weltmeisterschaft; am Sonntag geht es gegen Spanien um die Titelverteidigung sowie, nach 1978, 1986 u. 2022, den 4. WM-Titel.

Wenn es eine Mannschaft gibt, die der Brillanz von "La Furia Roja" entkommen kann, dann ist das Argentinien mit Spielern wie Giuliano Simeone, Enzo Fernández, Lisandro Martínez, Cristian Romero, Alexis Mac Allister oder Lautaro Martínez.

Ob sich der amtierende Europameister auch die WM-Krone aufsetzen kann, hängt aber vor allem davon ab, ob Lionel Messi auch im Finale zur Normalform aufläuft und es ihm gelingt, entscheidende Impulse zu setzen.

Quelle: https://www.instagram.com/p/DZ5jSO9FiGt/

Hart (im wahrsten Sinn des Wortes) wird es am Sonntag ab 21.00 Uhr (MEZ) vor allem für den spanischen Jung-Star Lamine Yamal; Spieler wie Nicolás Tagliafico, Rodrigo de Paul und Leandro Paredes kennen den Begriff "Welpenschutz" ganz sicher nicht.

Im sonntäglichen Finale kommt es daher zu einem Aufeinandertreffen jener Mannschaften, gegen die unser ÖFB-Team bei dieser WM völlig chancenlos gewesen ist und verdient verloren hat; die "These" des glücklosen ÖFB-Team-Chefs, Österreich hätte die schwierigste Auslosung gehabt, ist nichts anderes als eine dümmlich-naive Ausrede - Alaba & Co hätten auch gegen zahlreiche andere Teams wie Frankreich, England, Belgien, Brasilien, Norwegen etc. nicht den Funken einer Chance gehabt.

Was man in bislang noch mit keinem Wort erwähnt oder worüber man sich scheinbar noch keine Gedanken gemacht hat: Wem würde es in den Sinn kommen, vor einer WM den Vertrag des Trainers zu verlängern, ohne die Performance beim WM-Turnier abzuwarten?

Das kann jedenfalls nur in einem Land passieren, in dem an der Spitze des Fußball-Verbandes die Dilettanten das Sagen haben … 

Chr. Brugger

16/07/2026