Never change a winning team – oder: "Totgesagte" leben länger

05.10.2026

Welchen Grund könnte es geben, ein "Team", das immer gewinnt, gut "eingespielt" ist, friktionsfrei und extrem erfolgreich agiert, zu ändern?

Was für Fußballteams gilt, hat analog auch für politische Parteien seine Gültigkeit; die SPÖ ist in den letzten Jahren bei allen Wahlen von einem "Erfolg" zum anderen "geflogen", funktioniert parteiintern bestens und ist vor allem auch personell optimal ausstaffiert; und ein großer politischer Erfolg auf Bundesebene folgt dem nächsten wie das sprichwörtliche "Amen im Gebet".

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Allein, in allen Umfragen besteht bei den Sozialisten noch ein wenig Spielraum nach oben; das ist aber nicht schlechter Arbeit geschuldet, sondern der Tatsache, dass das Wahlvolk schlicht zu einfältig ist, das Wirken von Andreas Babler & Co richtig zu verstehen und einzuordnen.

Und der Boulevard trägt sein Übriges dazu bei, dass die SPÖ, Andreas Babler, dessen politische Großtaten und das sinnstiftend-volksnahe Tun der "roten Genossen" an sich, öffentlich keine ausreichend-angemessene Würdigung erfährt.

Gestern hat man in der SPÖ "Bilanz" gezogen und sich, allen Zurufen zum Trotz, dafür entschieden, die "rote Erfolgsstory" mit demselben Personal auch weiterhin erzählen zu wollen.

Nur einen Tag nach dem "Tag der deutschen Einheit" hat die SPÖ ebenfalls Einigkeit bewiesen und, die Zeichen der Zeit erkennend, politische Pflöcke eingeschlagen.

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Was in der Öffentlichkeit als "Showdown", "Schicksalsentscheidung" oder "Die letzten Tage der SPÖ" bezeichnet wurde, hat sich bloß als "Sturm im Wasserglas" erwiesen – die SPÖ ist geeint wie kaum jemals zuvor; alle 9 Landesparteivorsitzenden stehen voll hinter Andreas Babler und dessen gestern skizzierter Kurskorrektur: Er selbst zieht sich als Parteichef und Vizekanzler zurück und wird sich ab 2027 auf ministerieller Ebene nur noch auf seine multiplen Kernkompetenzen (Wohnen, Medien, Kultur, Kunst & Sport) konzentrieren; Finanzminister Marterbauer wird einfach ein neues Türschild mit der Aufschrift "Vize-Kanzler" erhalten und Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher assistieren bis Ende 2026 Babler, um nachfolgend 2027 einen Parteitag zu organisieren, bei dem dann ein neuer Parteichef, wer immer das sein mag, gekürt werden soll – Bewerbungen können bei der SPÖ-Bundesgeschäftsstelle, Löwelstraße 18, 1010 Wien, abgegeben werden.

Quelle: https://www.diepresse.com/41323751/der-spoe-ist-vermutlich-nicht-zu-helfen (Screenshot)

Für die SPÖ war der gestrige Sonntag rundum eine "runde Sache" – warum von einem erfolgreichen Kurs abweichen, nur weil der "Rest des Landes" das so sieht oder will; und öffentliche Erwartungen sind ohnedies immer nur dazu da, um enttäuscht zu werden.

Kult-Politiker "Andi" ist weder ein "dead man walking" oder gar ein "Sesselkleber"; er hat sich gestern, Auge in Auge mit den, manchmal viel zu kritischen, Landesparteiobmännern, völlig neu erfunden und weiter in der Partei verankert; dass sich sein Nachfolger als Vizekanzler just ihn als Minister für Medien, Kunst, Kultur, Sport & Wohnen wünscht, ist klar; wer, wenn nicht Babler, könnte dieses Ministerium denn sonst führen?

"Volksliebling" & Darling aller feuchten Schwieger-Mütter-Träume "Andi" ist, gerade in Zeiten wie diesen, unabkömmlich und sein politisches Talent ein Garant für Aufschwung, Wohlstand und ein besseres, unbeschwertes Fortkommen aller ÖsterreicherInnen; Babler erleidet, das ist leider so, das Schicksal vieler Genies; sie werden zu Lebzeiten verkannt, bestenfalls posthum gewürdigt und erfahren jedenfalls nie jene Anerkennung, die sie sich redlich verdient hätten; und zweierlei ist seit gestern auch klar: Es wird nur noch Lichtjahre dauern, bis die roten Balken endlich in die Höhe schießen und den selbsternannten Parteiretter Gerhard Zeiler benötigt, so Klaus Seltenheim, in der SPÖ ohnehin niemand …

Quelle: https://www.krone.at/4319997#fb-1097986282 (Screenshot)

Abschließend noch eine Klarstellung:

Das Gerücht, die 9 Landesparteiobmänner der SPÖ hätten in ihrer Sitzung im Wiener Rathaus beschlossen, Andreas Babler "abzuservieren", ist falsch; abserviert wurden im Luxushotel "Steigenberger Wien" nur leere Teller, auf denen sich zuvor vegane Austern und Grammelknödeln befunden haben sollen – auch von einem "Krisengipfel" und davon, Babler habe sich "mit Händen und Füßen gegen seinen Rauswurf gewehrt", kann nicht die Rede sein; "Fake News" sind zwar das Lieblingsspielzeug vieler Kommentatoren, bestehen aber nie den "Reality-Check" …

Einziges Problem bei diesem famosen SPÖ-"Prozess": Der Gesundheitszustand der neuen SPÖ-Ikone Markus Marterbauer, die ja bekanntermaßen wie aktuell an einer Krebserkrankung leidet; der Genesungsprozess Marterbauers wird sozusagen zum Schwert des Damokles über der SPÖ gemacht - ob sich das als "rotes Harakiri" erweist, wird man sehen.

Zumindest die journalistische Doyenne der heimischen Innenpolitik, Anneliese Rohrer, bezeichnet den "Umgang" mit Markus Marterbauer als "gemein", unmenschlich" und "menschenverachtend".

Chr. Brugger

05/10/2026