Schön langsam kommt die WM in Fahrt

28.06.2026

Ein "1/16-tel Finale" hat es noch bei keiner einzigen der bisherigen 22 Fußball-Weltmeisterschaften gegeben; diese "Premiere" verdanken wir der Tatsache, dass die FIFA die Anzahl teilnehmender Länder von 32 auf 48 erhöht hat, in 12 Gruppen zu je 4 Mannschaften gespielt wird und sogar die 8 besten Gruppendritten "aufsteigen" und die K.o.-Phase erreichen; während wir heuer bereits 72 Spiele ansehen durften, waren es bei der letzten WM in Katar insgesamt nur 64.

Ich habe allerdings meine Meinung darüber, ob dermaßen viele Teams an der WM teilnehmen sollten, mittlerweile revidieren müssen; die Mannschaften aus Haiti, Curaçao, dem Iran, Irak, Tunesien, Panama, Neuseeland oder Usbekistan usw. haben diese WM bereichert, deren tausende Fans zur positiven Stimmung beigetragen und einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass man dieses, auf den ersten Blick hin recht hypomanisch anmutende, Event rein atmosphärisch als durchaus gelungen bezeichnen muss; und auch sportlich konnten die "Kleinen" durchaus reüssieren, für die eine oder andere Überraschung sorgen und letztlich mit ihrer "erfrischende" Spielweise begeistern.

Spätestens ab dem Achtelfinale wird man allerdings nur noch jene Teams zu sehen bekommen, die bei der Titelentscheidung tatsächlich ein Wort mitreden können; nach der ersten K.o.-Runde wird sich also auch sportlich die "Spreu vom Weizen" getrennt haben.

Während sich die Topnationen Argentinien, Frankreich sowie die Niederlande und Brasilien bereits in guter Form präsentieren, gibt es bei Spanien, Portugal sowie England noch Nachholbedarf; "dahinter" lauern Deutschland, Mexiko, Schweiz sowie Belgien und Kolumbien.

Sollte es tatsächlich ein "Außenseiter" ins Semifinale schaffen, dann kann das mE, unter Berücksichtigung der Auslosung, im besten Fall nur der Senegal sein; für alle anderen Teams wie die USA, Kanada, Schweiz, Belgien, Japan, Paraguay, Kroatien etc. wird das "Ende der Fahnenstange" spätestens im Viertelfinale erreicht sein.

Völlig chancenlos ist nur Österreich (gegen Spanien) und Kap Verde (gegen Argentinien); die restlichen Außenseiter können mit viel Glück und guten Leistungen allerdings das Achtelfinale erreichen.

Den Spielern der Republik Cabo Verde ist es mit drei Unentschieden gelungen, Gruppenzweiter zu werden, aber dennoch "schlechter" zu sein als der achtbeste Gruppendritte; damit dürfte der WM-Debütant sein Glück schon überstrapaziert bzw. "verbraucht" haben, dass es für einen Sieg gegen Argentinien benötigte.

Quelle: https://www.zeit.de/2010/44/Fussball-Schutzheiliger (© Manfred Pesek)

Apropos Glück: Wer in der Lage ist, so "aufzusteigen", wie es die Österreicher getan haben, der dürfte an und für sich nicht nach Los Angeles fliegen, sondern müsste noch heute in Richtung Pörtschach am Wörthersee aufbrechen, um dort Luigi Scrosoppi zu huldigen bzw. sich beim Fußballheiligen dafür zu bedanken, dass er gegen Algerien Rangnick & Co seine schützende Hand nicht zurückgezogen hat.

Dass die stümper- bzw. amateurhafte Leistung von Alaba, Laimer & Co zu einem "Weiterkommen" ausgereicht hat, ist ohnedies nur noch mit einem biblischen Wunder in Verbindung zu bringen.

Taktisch ein Desaster, spielerisch eine Bankrotterklärung und psychisch labil – wenn Rangnick nach der zweiten Trinkpause nicht realisiert hat, dass Algerien nur noch darauf wartet, Österreich den "Todesstoß" zu versetzen, lässt das "tief blicken"; das dümmlich naive ÖFB-Team ist scheinbar davon ausgegangen, dass Algerien ähnlich widerwärtig agiert, wie das Österreich und Deutschland am 25.06.1982 getan haben.

Chr. Brugger

28/06/2026