Schwach, schwächer, Stocker-like …

01.09.2026

Die diesjährigen ORF-Sommer-Gespräche erreichen schön langsam ihren "Kumulationspunkt"; am nächsten Montag ist ja Herbert Kickl bei Simone Stribl zu Gast.

Nach dem peinlichen "Kasperl-Rendite"-Auftritt von NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger und dem mega-"Bauchfleck" des SPÖ-Obmannes Andreas Babler war gestern Christian Stocker "am Wort", mutmaßlich der Kanzler des Landes.

Nun, Leader-Ship sieht anders aus; Stocker versteckt sich bei allem, was er sagt oder tut, hinter der selbst verschuldeten Tatsache, dass er ohne das Zutun seiner beiden VorgängerInnen bei Fr. Stribl weder etwas umsetzen noch entscheiden kann – er hat sich, auf Gedeih & Verderb, Sozialisten und NEOS ausgeliefert, lässt sich von denen gefügig machen und dadurch zu Kompromissen zwingen, die dem Land nur weiteren Schaden zufügen.

Stocker ist niemand, der auf den Tisch "haut", klare Ansagen macht oder zu verstehen gibt, dass mit ihm nicht zu spaßen wäre; er ist ebenso willfährig wie vage und lavierend zugleich – nur um das "spielen" zu können, was er dem Grunde nach nie wollte – den Kanzlerdarsteller …

Zu Beginn des heurigen Jahres hat Stocker vollmundig eine Volksbefragung zum Thema "Wehrdienstreform" angekündigt; daraus ist nichts geworden; man habe sich, so Stocker gestern, wider den Vorschlag der eigens dafür installierten Experten-Kommission, nur auf die "zweitbeste" Lösung geeinigt und dadurch eine "Verbesserung im Bereich des Wehrdienstes geschafft" – allein, geschafft hat man noch lange nichts; über die geplante Reform des Wehrdienstes müssen erst einmal National- und Bundesrat entscheiden und danach kann man sich, in einigen Jahren, ansehen, ob die Reform etwas zum Positiven verändert hat oder eben nicht.

Nicht minder kryptisch bzw. nichtssagend sind Stockers Aussagen zum "Verbot des politischen Islam"; der ÖVP-Obmann konnte gestern nicht einmal ansatzweise erklären, wie ein solches Verbot rechtlich einwandfrei umzusetzen wäre; er fordert einfach etwas, ohne zu wissen, ob und wie das überhaupt möglich wäre; vielleicht sollte ihm jemand einmal sagen, dass er derzeit noch nicht auf der Oppositions-, sondern auf der Regierungsbank sitzt.

Quelle: https://www.facebook.com/photo/?fbid=1386298876921686&set=a.560932962791619

Sein wirtschaftliches bzw. mathematisches Talent stellt Stocker bei seinen beiden "Zukunftsprojekten", dem "Pensions-Zukunfts-Depot" sowie dem "Zukunftsdepot" für Kinder & Jugendliche unter Beweis; aus jährlichen ca. 700 Millionen Euro sollen nach 30 Jahren 100 Milliarden Euro entstehen, was eine jährliche Rendite von ca. 9% bedingte; und aus monatlichen Euro 50,00 soll sich binnen 18 Jahren ein "Vermögen" von € 21.000,00 bilden, was eine Rendite von ca. 7% p.a. voraussetzte – Stocker will anscheinend mit Steuergeld spekulieren oder Leute dazu veranlassen, mit ihrem hart Erspartem an Glücksspielen teilzunehmen – denn unter normalen Bedingungen sind die von Stocker genannten Summen am Markt nicht realisierbar.

Was bei Beate Meinl-Reisinger & Andreas Babler erwartbar war, kam bei Christian Stocker doch etwas überraschend: Auch er setzt auf geradezu Absurdes, kündigt Substanzloses an, bleibt allerdings konkrete Antworten schuldig – frei nach dem Motto: "Nichts Genaues weiß ich nicht" … das war nicht nur schwach oder schwächer, sondern Stocker-like …

Vielleicht wäre es für Stocker klüger, sich als Märchenerzähler zu betätigen; das hätte zumindest Charme und entspräche seinem politischen Naturell.

Chr. Brugger

01/09/2026