Sommer der "Festspiele"
Sommerzeit ist Festspielzeit – während sich unsere, ach so arbeitsamen, PolitikerInnen in den Sommermonaten von den Strapazen des Alltages sowie unseren, nicht enden wollenden, Nörgeleien erholen, finden in Österreich zu dieser Zeit an und für sich auch echte "Festspiele" statt; "Ariadne auf Naxos" ist in Salzburg zu sehen, "La Traviata" in Bregenz und bei den Seefestspielen Mörbisch wird das Musical "Ein Käfig voller Narren" präsentiert.
Sobald allerdings irgendwo Festspiele stattfinden, schrecken Politiker aus ihrem wohlverdienten Sommerschlaf auf und fühlen sich bemüßigt bzw. geradezu genötigt, diesen Festspielen mit ihrer Anwesenheit den entsprechenden Glanz verleihen zu wollen; ob in Salzburg, in Bregenz oder anderswo – Politiker sind immer & überall vor Ort, um medial bzw. "backstage" sowie auf Hochglanzbildern "Werbung" in eigener Sache zu machen.

Quelle: https://www.seehof-mondsee.com/aktivitaeten/veranstaltungen/eventdetails/salzburger-festspiele.html (Screenshot)
Für die Festspielbesuche unsere Verwaltungselite werden rote Teppiche ausgerollt, Staatsschutz, Cobra, Sicherheitseinheiten, Pressemitarbeiter und Fotografen mobilisiert, die mit Abstand besten Plätze freigehalten und die schönsten bzw. teuersten Hotelzimmer gebucht; denn ohne PolitikerInnen in den ersten Reihen wären Festspiele scheinbar keine Festspiele, sondern bestenfalls Kirmesveranstaltungen; und wenn die üblichen Blitzlichtgewitter nicht vom tosenden Donner-Applaus kultur-affiner Claqueure begleitet würden, wären unsere "heiligen" Festspiele offenbar nicht mehr das, was sie schon immer waren: Catwalk-mäßige Spielflächen zur billigen Befriedigung persönlicher Eitel- und sonstiger Befindlichkeiten.
Warum, frage ich mich, lassen uns jene Politiker, deren Unbeliebtheit evidenter ist denn ja, nicht zumindest während der Sommermonate in Ruhe; haben wir StaatsbürgerInnen uns nicht auch Ferien, respektive eine Auszeit von der politischen Tristesse verdient?
Zahlen wir den Politikern vielleicht immer noch nicht genug dafür, dass sie auf unsere Kosten an diesen Festspielen teilnehmen können, sondern sich dort auch noch inszenieren, prostituieren oder ablichten lassen müssen?
Wie widerwärtig, verkommen und selbstreflexionslos muss man sein, um nicht zu registrieren, dass "diese" Politiker weder jemand sehen noch hören oder gar mit ihnen "anstreifen" bzw. sie "angreifen" will?
Vielleicht wäre es für Van der Bellen, Stocker, Babler, Meinl-Reisinger & Co eine Hilfe und daher klüger, einfach Anleihe beim römischen Satirendichter Juvenal zu nehmen und "unsere", mit Zig-dutzenden Millionen Euro an Steuergeldern finanzierten, Festspiele einfach das sein zu lassen, was sie im "alten Rom" waren: Veranstaltungen für das "gemeine" Volk.

Quelle: https://www.felix-reisen-koeln.de/de/reiseziele/details/deutschland-bregenzer-festspiele-2026-05-08-2026-08-08-2026-10120/
Politiker könnten den Sommer dann dazu nutzen, in sich zu gehen und darüber nachzudenken, warum ein kranker Geist selbst in einem gesunden Körper nichts bewirken kann und warum es so schwierig ist, dass wir StaatsbürgerInnen ihre Politik nur noch als Satire empfinden; und sie, die Politiker, könnten sich auch überlegen, was Juvenal damit gemeint haben könnte, wenn er sich mit der Frage beschäftigt "wer die Wächter bewachen soll".
Wobei: Nachdenken und Überlegen gehören mit Sicherheit nicht zu den Kernkompetenzen heimsicher Politiker – die vergnügen sich daher lieber bei den diversen Festspielen, recken ihre Fratzen in die Kameras, schlürfen Champagner & Austern, halten Maulaffen feil und zeigen uns, dem zahlenden Volk, damit nur den "Mittelfinger" und dass sie immer noch nicht verstanden haben, was wir von ihnen halten und dass sie in Wahrheit niemand braucht.
Chr. Brugger
14/07/2026
