Trump, Infantilo & wenig Fußball
Bei der hybriden, zu einer morbiden Mischkulanz aus billigster US-Show & schlachtreifer Cashcow hochstilisierten FIFA-Posse namens "Fußball-WM" ist bereits nach zwei Spieltagen festzustellen, dass bei diesem Event der Fußball eine eher untergeordnete Rolle spielt.
Im Vordergrund stehen andere "Dinge": US-Präsident Trump hat zum vierzigsten(!) Mal das unmittelbar bevorstehende Kriegsende im fernen Iran in Aussicht gestellt, lässt aber weiterhin seine Army das Land des WM-Teilnehmers ungeniert bombardieren; parallel dazu lässt der pueril-achtzigjährige FIFA-Friedenspreisträger und Infantilo-Intimus in Venezuela den "berüchtigten Anführer von Tren De Aragua, einer der blutrünstigsten Terrororganisationen auf diesem Planeten" exekutieren und postet das auch noch ganz stolz (samt Liquidations-Video) auf seinem Online-Dienst "Truth Social".

Geld-Gier-Gianni-Gnadenlos wiederum nimmt es, devot und sklavisch gehorsam, wie er gegenüber Trump bekanntermaßen eben ist, hin, dass die Nationalmannschaft des Iran zum ersten Gruppenspiel in Los Angeles vom mexikanischen Tijuana aus anreisen muss; Trump selbst rät den Iranern aber von einer solchen Reise "um ihres eigenen Lebens und ihrer Sicherheit willen" ab; wer also glaubt, die mexikanische Polizei hätte am 13.06.2026 eine verweste Leiche im Kofferraum eines SUV mit kalifornischem Kennzeichen rein zufällig in unmittelbarer Nähe des Trainingsplatzes der iranischen Fußball-Nationalmannschaft gefunden, der sollte sich in Erinnerung rufen, wozu Trump in den letzten Monaten "fähig" war.
Die ansonsten "allmächtige" FIFA hingegen nimmt sogar zahllose Einreiseverbote für Fans, Funktionäre und sogar Schiedsrichter hin; man muss befürchten, die brüderliche Romanze zwischen den beiden "Präsidenten" ("Bromance") könnte in den nächsten 4 Wochen noch weit Schlimmeres zeitigen.
Vor dem Hintergrund dieser perfiden "Machdemonstration" zweier gänzlich Degenerierter wird auch noch Fußball gespielt:
Die Mannschaften aus Südafrika, Tschechien, Katar oder Haiti haben schon bewiesen, dass sie ihre WM-Teilnahme nur der erbärmlichen Gigantomanie eines völlig aus allen Fugen geratenen "Systems" zu verdanken haben, das sich FIFA nennt.
Auf den Einsatz bzw. die Darbietungen von Fußballgroßmächten wie Jordanien, Curaçao, Kap Verde, Saudi-Arabien, dem Kongo, Panama oder Usbekistan müssen wir allerdings noch ein paar Tage warten; von diesen Nationen wird ein fußballerisches Feuerwerk erwartet.

Positiv ist nur, dass es selbst vermeintlich "Bloßfüßigen" gelingt, ihren erheblich höher eingestuften Gegnern nicht nur Respekt, sondern auch Punkte abzuringen; peinlich-pikant war das Remis der favorisierten Schweizer gegen die Katari; was für die einen als Prestigeerfolg gilt, ist bei den anderen bereits jetzt eine historische Schlappe.
Nicht minder beschämend ist die 0:2 Niederlage der Türkei gegen die "Socceroos" aus Australien; die auflagenstärkste türkische Sportzeitung "Fanatik" titelt mit "Die Fußballwelt ist fassungslos", wohingegen in "La Gazzetta dello Sport" von einem "Fehlstart für Montella" zu lesen ist; Vincenzo Montella, Trainer der "Mond-Sterne", ist neben dem Teamchef der brasilianischen "Seleção", Carlo Ancelotti, sowie Fabio Cannavaro, der wiederum die Usbeken coacht, einer der wenigen italienischen "Beiträge" zu dieser WM – die "Squadra Azzurra" selbst hat zum dritten Mal in Folge die Teilnahme bei einer Fußball-WM "vergeigt"; der 4-fache Weltmeister (1934, 1938, 1982 & 2006) hat ja bekanntermaßen nach den Play-Off-Niederlagen gegen Schweden und Nordmazedonien zuletzt auch gegen Bosnien & Herzegowina den "Kürzeren" gezogen.
Positiv zu erwähnen sind die USA & Marokko; die "Soccer Boys" von Startrainer Mauricio Pochettino konnten mit einem 4:1 gegen Paraguay überzeugen; Marokko wiederum hat gegen die höher eingeschätzten Brasilianer bewiesen, dass sie nicht umsonst und als erste afrikanische Nationalmannschaft bis ins Semifinale einer Fußball-WM (Katar 2022) vorgedrungen sind; die "Löwen vom Atlas" mit Kapitän Achraf Hakimi sollte man auch heuer nicht unterschätzen.

Im Wissen um das Ergebnis der Schweiz gegen Katar sollten auch bei den Österreichern die "Alarmglocken" schrillen: Wenn es dem 50. der FIFA-Weltrangliste (Katar) gelingt, gegen den 19. (Schweiz) ein 1.1 zu erreichen, dann ist ein ähnliches Ergebnis des 64. (Jordanien) gegen den 24. (Österreich) nicht ausgeschlossen; für die Österreicher spricht allerdings auch, dass es "sogar" der Schweiz gelungen ist, die Jordanier am 31.05. dieses Jahres mit 4:1 zu besiegen; insofern sollte einem Sieg des Teams rund um den Deutschen Ralf Rangnick, mit Ausnahme von 11 Fußball-Amateuren, nicht viel im Wege stehen.

Quelle: https://www.instagram.com/p/DZiczCSF3bI/ (Screenshot)
Anlass zur "Hoffnung" gibt auch die gestern erzielte Einigung über die Vertragsverlängerung des ÖFB mit Rangnick; man kann und muss sich nur wünschen, dass sich diese Vertragsverlängerung nicht bereits in naher Zukunft als sog. "Pyrrhus-Sieg" erweist; so erfreulich es ist, dass sich ein ausgewiesener Experte wie Rangnick Österreich überhaupt antut, so groß ist hierzulande auch die Gefahr, dass sich nach allfälligen Misserfolgen die Stimmen jener mehren und erheben, die die Relation zwischen dem was der Team-Trainer verdient und den Leistungen des Nationalteams kritisch zu hinterfragen beginnen; wenn es Rangnick gelingt, die chronische Erfolglosigkeit der Nationalmannschaft in den letzten 3 Jahrzehnten zu beenden, wäre das sensationell; dafür ist es aber unabdingbar notwendig, dass Österreich bei dieser WM endlich "abliefert"; mit dem Erreichen des Minimalzieles (Sechzehntel-Finale) ist es aber mit Sicherhit nicht getan; um von einer erfolgreichen WM überhaupt sprechen zu können, muss das heimische Team zumindest das Viertelfinale erreichen – das ist zwar nicht einfach, bei einer XXL-WM mit 48 teilnehmenden Nationen aber Grundbedingung.
Chr. Brugger
14/06/2026
