Wer will mich?
Politiker haben, zumindest in den meisten Demokratien, den Wunsch, vom Volk gemocht, gewollt und akzeptiert zu werden; im Werben um die Gunst der Wähler ist diese "Spezies" erfinderisch; das unterscheidet sie von ihren "Artgenossen" in autoritären Systemen, in denen die Sympathie des Volkes meist nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Was dem einen oder anderen unserer Politiker so alles einfällt, um das Wahlvolk zu beeindrucken bzw. von sich zu überzeugen, ist durchaus bemerkenswert …

Quelle: https://www.facebook.com/photo/?fbid=1493862722561788&set=pb.100058142226046.-2207520000
… der Kanzler posiert neuerdings mit einer eleganten Retro-Pilotenbrille der Marke "Ray-Ban", um dem Volk vor Augen zu führen, wie großartig die Mini-Spritpreisbremse denn wäre; ohne "Posting" von Stocker wäre diese "kosmetische Preiskorrektur" vermutlich niemandem aufgefallen …

Quelle: https://www.msn.com/de-at/nachrichten/other/babler-effekt-umfrage-desaster-für-wiener-spö/ar (Screenshot)
… der Vizekanzler sieht sich zwar neuerdings mit einem Kontrahenten um die Führung der SPÖ konfrontiert, will aber, dessen ungeachtet, weiterhin mit dem "Babler-Effekt" punkten, damit die "roten Balken" endlich in die Höhe schießen; dafür nimmt Babler sogar sämtliche "Umfrage-Desaster" billigend in Kauf, die auf ihn persönlich zurückzuführen sind …
… die Außenministerin kann ins Treffen führen, die Millioneninvestition in die Bewerbung um ein Mandat im Sicherheitsrat der UN hätten sich durchaus gelohnt, weil Österreich ab 2027 am "Tisch der Mächtigen" Platz nehmen dürfe, um beim beliebten Strategiespiel "Risiko" die Würfel fallen zu lassen …
… der Bildungsminister kann auf seinen neuesten Coup-Versuch, die 6-jährige Volksschule, verweisen, die Österreichs SchülerInnen wieder dazu befähigt, lesen, schreiben und rechnen zu können …
… der Wirtschaftsminister punktet auf europäischer Ebene damit, dass er sich seit mehr als einem Jahr recht "erfolgreich" für die Abschaffung des sog, "Österreich-Aufschlag" eingesetzt hat …
… die Integrationsministerin kann sich großartige Erfolge im Bereich der Eingliederung muslimischer Zuwanderer auf ihre "Fahne" heften; nach dem "Kopftuchverbot" soll jetzt der Religionsunterricht unter staatliche Aufsicht gestellt und der "politische Islam" bekämpft werden; mit dem sog. "Integrationspflichtgesetz" sowie einer Reform der "Sozialhilfe" will man den Druck auf alle Integrationsverweigerer erhöhen und so endlich für "Zucht und Ordnung" sorgen …

Quelle: https://www.oe24.at/a/die-umfrage-der-woche-mit-niki-fellner-900118096 (Screenshot)
Man sieht also, in unserem Land tut sich etwas; Politiker aller Couleurs sind stets wie redlich bemüht, sich für die Bevölkerung einzusetzen und dafür zu sorgen, dass es endlich wieder aufwärts geht; dafür sollte ihnen Lob, Dank & Anerkennung gewiss sein – allein, das Wahlvolk spielt dabei nicht mit und spricht den Verantwortlichen unverhohlen sein Misstrauen aus.
Allen politischen Bemühungen zum Trotz verweigert die Bevölkerung den regierenden Parteien ihr Wohlwollen; das Volk misstraut, zumindest auf Bundesebene, sowohl sämtlichen "Regierenden" als auch der Demokratie an sich – kein einziger(!) Bundespolitiker in diesem Land wird von der Bevölkerung positiv bewertet und der nepotistische Parteienstaat wird kritisch beäugt.
Am weitaus besten schneidet noch immer Herbert Kickl (FPÖ) ab, der Chef jener Partei, die auch alle Umfragen dominiert.
Die Frage, "Wer will mich?" ist insofern recht einfach zu beantworten: Niemand!

Quelle: https://www.oe24.at/a/die-umfrage-der-woche-mit-niki-fellner-900118096 (Screenshot)
Die Divergenz zwischen politischem Anspruch und schnöder Wirklichkeit ist dermaßen groß geworden, dass es als völlig ausgeschlossen gilt, das im Amt befindliche Politpersonal wäre in der Lage, die großen Differenzen mit der Bevölkerung in dieser Legislaturperiode noch überbrücken zu können; die logische Konsequenz wären Rücktritte und Neuwahlen; allein, die jetzige Regierung fürchtet Wahlen wie der "Teufel das Weihwasser".
Dass die "Gewählten" ihre Wähler bzw. den Souverän fürchten, ist nicht minder pikant wie peinlich und demokratiefeindlich; wenn die oberste "Quelle der Macht" im Sinne von Art. 1 des Bundes-Verfassungsgesetzes versiegt, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass Österreich am besten Weg ist, sich vom demokratischen Staatsprinzip zu verabschieden …
Chr. Brugger
30/09/2026
